Der Stärkere gewinnt. Der Klügere gibt nach.
Was bedeutet es nun, das Gesetz der Wildheit? Und wie wird man die größte Band der Welt?

Es ist ein langer Weg dorthin.

Ob

THE JOY FORMIDABLE

diesen Weg erfolgreich zu Ende gehen werden steht in den Sternen.
Oder steckt in ausgelebten Vorlieben ihrer Hörerschaft.

joyf

The Ladder Is Ours
Cholla

Tendons
Little Blimp
Bats
Silent Treatment
Maw Maw Song
Forest Serenade
The Leopard And The Lung
The Hurdle
The Turnaround
Wolf’s Law

Was ist das hier auf Wolf’s Law?
Bats vermittelt mir den Eindruck von absoluter Ideenlosigkeit und Lärm. Nervig. Nicht mal auf Antenne XY oder Hitsender AB hört man so etwas als Füllmaterial zwischen zwei Werbeblöcken, weil dies gehört weder zum Besten von heute noch zum Besten von vor 20 Jahren.

Dabei waren sie mit ihrem letzten Album The Big Roar auf so einem guten Weg und angenehmen Weg. Ihr shoegaziger-PopRock-Horizont war groß, weit und leuchtend. Nun sind sie, nach endlosen Touren mit Muse und als Vorband der Grohl(Gröhl?)Band Foo Fighters auf dem Weg weiter nach oben.
Stadien füllen selbst (oder gerade) die Deppen, mit Mist oder Schunkelpop for example.

Hier werden zunächst keine Stadien sondern Minuten gefüllt mit bombastisch aufgeblasenem Gitarrengetue und Gepose, das zwar wahrscheinlich massenkompatibel ist aber eine Menge Eigenständigkeit und Ideenreichtum eingebüßt hat.

Der Maw Maw Song hat etwas von den alten Qualitäten der Band, hintergründig, spritzig und auch mit Hauruck und Tempowechsel,  aber nicht um ausschließlich die weite Hörerschaft zu begeistern sondern weil es passt und einen Sinn (und eigentlich einen guten Song) ergibt. Ich hatte schon immer eine gewisse und nicht zu unterschätzende Abneigung gegen sich streckende  Gitarrensoli. Die so möchtegern wild klingen, die speckig-verschwitzte Haarmasse wird auf und nieder geschleudert, Chor setzt ein (Refrain), die Jugend in ebenso verschwitzten Shirts kreischt..

Das ausgerechnet der (prinzipiell) beste Song des Albums im Mittelteil einen solchen Missgriff hervorbringt, sagt leider einiges über diese Platte.
Aus welchem Grund wird die Songstruktur niedergemacht durch einen hunds(wolfs-)miserablen (nicht formidablen, leider) Mittelteil und das Ding auf nahezu sieben Minuten ausgewalzt?

THE JOY FORMIDABLE

haben zwar ein großes Lungenvolumen aber leider nicht gelernt, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Nahezu jeder Song versucht sich in Gitarrengewühl selbst zu übertreffen und verwurschtelt sich in unerträglicher Gleichförmigkeit. Man muss nicht pusten und pusten und pusten und immer weiter pusten. Irgendwann platzt der Luftballon nämlich. Das lernen schon kleine Kinder.

Sie haben viel gewonnen und werden sicher begeistern. Verloren haben sie an Nähe und Individualität, an Charme.

Es ist ein weiter Weg und ich werde sie nicht ins Ziel begleiten, zumindest nicht dieses Mal.

thejoyformidable

58/100

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