Also mal ehrlich, ich verstehe die Aufregung nicht.
Da gibt es eine Konsens-Band, Radiohead, coole Sache, klar, natürlich.
Und einen Sänger, Thom Yorke, auch cool, keine Frage.
Und einen Bassisten, der früher mal mit seiner Band nackt und mit Socken über dem Schniedel (seliger Rockpalast, Ruhe sanft..) Aufmerksamkeit und Fans erregte. Oder auch nicht.
Flea. Klingt wie etwas unanständiger Creme-Joghurt und spielt wie Gott.
Dazu den Produzenten der Konsensband Nigel Godrich und einen Schlagzeuger der mal mit Beck was gemacht hat und mit Elliott Smith, dessen Namen (Joey Waronker) ich aber noch nie bewußt wahrgenommen habe.
Und noch einen Herrn (Mauro Refosco), der mal was mit David Byrne und Brian Eno zu tun hatte.

Und ich frage mich, na und?
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Und viele Köche.. man kennt das ja.

Nehmen wir beispielsweise das Stück Nummer Zwei mit dem Titel Default. Nervtötendes ins Ohr beißendes Geplucker und dazu einen Sänger der versucht zu klingen wie immer und wir es gewohnt sind.

° ° °

amok

Before Your Very Eyes
Default
Ingenue
Dropped
Unless
Stuck Together Pieces
Judge Jury And Excecutioner
Reverse Running
Amok

° ° °

Heidewitzka. Es gibt auch feine Momente auf
Amok,
natürlich, bei der (angeblichen und Name-Dropping-bedingten Liste der Mitstreiter nicht anders zu erwarten) Liste der Musiker kein Wunder.

Aber Euphorie? Das ganz große Überding? Die Supergroup schlechthin? Na, ich weiß nicht. Supergroup vielleicht, aber was am Ende dabei herauskommt, steht auf einem anderen Blatt.

Wozu das Ganze?
Thom Yorke hätte doch weiterhin in seinem stillen Stübchen seinen Ambitionen Ausdruck verleihen können und seine Klangeskapaden vertonen? Ist es die Sehnsucht nach einer möglichen Live-Band, die ihn auf seinen Solopfaden unterstützt? Denn letztendlich ist das, was hier mit Amok vorliegt nichts Überraschendes, nichts was den Aufwand und den Hype um die Veröffentlichung rechtfertigt, nichts anderes als eine Fortführung seiner ureigenen Ideen, die mit Eraser begonnen hatten und unter seinem Namen durchaus fortgeführt hätten werden können. Aber über das Für und Wider soll und kann hier nicht entschieden werden, eine Diskussion darüber ist müßig, denn nichtdestotrotz ist ein für Yorke typisches Album entstanden, geprägt von Spannungsbögen und verzwirbelten Ausflügen in die Winkel Yorkeschen Musikschaffens. Nichts neues und trotzdem wird über dieses Album noch eine Menge geredet werden.

° ° °

atomsforpeace.info

72/100

3 Kommentare zu „Sauperlenspiel: ATOMS FOR PEACE – Amok

  1. Hallo.. ja, ich bin auch noch irgendwie wartend auf Irgendetwas. Wobei ich nicht mehr glaube, das „es“ passiert..
    Viele Grüße!

  2. Gerade eben das Album ein zweites Mal hörend finde ich, was du sagst, ziemlich treffend. Das Album ist okay, macht das, was man von Yorke erwartet, mehr aber auch nicht. Falls sich daran nichts mehr ändert, kann ich mir eine Besprechung meinerseits ja sparen 🙂

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