Schrammelschrammel, Chor, alles wird gut.

Nachdem die Band eine Pause nach ihrer letzten Platte „Every Scene Needs A Center“ im Jahre 2007 einlegte haben sie nun – endlich – erkannt, dass da etwas fehlt in ihrem Leben.
Ihre Band, ihre Musik.

Eine Stimme die, leicht näselnd, an die TV Personalities erinnert und mit der Energie von Chumbawamba feiert es gleich zu Beginn von
Lost In Light Rotation
kräftig los, gechort wird, Männchen, Weibchen und jene immer wiederkehrenden angepunkten Gitarren.
Schrammelschrammel, wie gesagt.

Als hätten sie eine ganze Bande von Tanzmäusen zum Nachmittagskaffee eingeladen. Vielleicht haben sie das auch, ich bin noch etwas unsicher. Sie wackeln kräftig mit ihren Schwänzen und fassen sich an den Pfoten, steigen ins Kettenkarussell und geben quietschige Entzückenslaute von sich. Doch, echt.

Mit tweeigen, funkelnden, niedlichen Melodien und jangeligen Gitarren sowie einer stets etwas Lo-Fi klingenden Produktion schaffte leisteten

TULLYCRAFT

in der Mitte der 90ger Jahre einen enormen Beitrag in der Entwicklung der amerikanischen Indie-Musik und sicherten sich durch ihre ersten Alben gleichzeitig einen festen Status und wachsende Aufmerksamkeit.

Durch ständiges und stetiges Touren erspielten sie sich, vor allem in ihrer Heimat Amerika aber auch beispielsweise in Deutschland eine treue und zunehmende Anhängerschaft, die nun nach endlos scheinender Wartezeit elf neue Songs auf
Lost In Light Rotation
genießen kann.

tully
Agincourt
Queenie Co.
Lost In Light Rotation
Westchester Turnabouts
From Wichita With Love
Elks Lodge Riot
No Tic, All Tac
Dig Up The Graves
Wake Up, Wake Up
We Knew Your Name Until Your Heart Stopped
Anacortes

° ° °

Auf der neuen Platte klingen sie, als hätte es keine Pause gegeben.
Mit ihren Klängen, die immer wie direkt aus dem Garten oder der Garage zu kommen scheinen, ihrer Do-It-Yourself-Musik führen sie den Hörer schnell in Versuchung, sich wie auch immer zu bewegen. Sie klingen frohgemut und zeitlos, der Gefahr, von der Entwicklung der Independent-Musik während der selbst auferlegten Bandpause überholt zu werden, stellen sie sich und schaffen es mühelos, die ihnen zugeordnete und wohlvertraute Rolle zu spielen.
Ihre eingestreuten Riffs, die Sangesspielereien zwischen Sean Tollefson und Jenny Mears klingen so prima wie gewohnt und so wie sie sein müssen um die Hörerschar  zu begeistern.

° ° °

tullycraftnation

84/100

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