Es gibt eine neue Platte von

THE VEILS.

Au Weia.
Nein, nicht wegen der Musik.

Bezahlte Musikredakteure schreiben von „brodelndem Indie-Rock.. der britisch-neuseeländischen Underdogs“ (Musikexpress) – geben aber „..weil da viel drinsteckt..“ und klingt wie „Nick Cave in rabiaten Momenten“ vier Sternchen.
Feine Sache.

Plattentests (die mit der Pilzrahmsuppe) vermeinen gar „Opulenz“ und „große Melodien“ zu hören, machen aber lieber Mosquito von den Yeah Yeah Yeahs zur Wochenplatte. Keine schlechte Wahl, auch dies.

Die Rote Raupe berichtet von Country-Untertönen und dem Meister des schwülen Tremolo-Gitarrenspiels, von Herzschmerz, Leidenschaft und Sexiness. Wortwahl: pretty.

Andere sprechen vom „..Interessantesten, was wir dieses Jahr gehört haben..“ (NME), noch weitere andere sehen

THE VEILS

mit

Time Stays, We Go

auf „dem Zenit ihres Schaffens“ (inkmusic, girlieaction etc.). Sicher aus dem Pressetext geklaut. Kein Problem.

THE_VEILS_2

Aber was ist es denn nun?

Es ist ein ziemlich klasse Teil, dieses vierte Studioalbum..
Und bei all den mitreißenden Songs, die man von den

THE VEILS

schon gehört und immer mal wieder im Kopf hat, würde man vermuten, das mit dem neuen Album  nicht erst das Veröffentlichungsquartett vollgemacht wurde.

Zum ersten Mal nun ohne eventuelle Vorgaben von Plattenfirmen auf dem eigenen Bandlabel PitchBeast veröffentlicht, sind die Songs typische eindringliche Epigonen Finn Andrewscher Songschreiber-Qualitäten.

War beispielsweise Advice For Young Mothers To Be ein sofort ins Ohr gehendes ironisches Meisterstück, sind es hier gleich verschiedene Juwelen, die auf Entdeckung warten. am ehesten in die oben angesprochene Ohrwurm-Richtung geht „Turn From The Rain“ bei dem die Band fast frohgemut zu musizieren scheint.

Und trotz allem brennt immer im Hintergrund der Hang zur Schwermut in den Herzen der Band und daher liegt die Vermutung nahe, dass alles so ist wie immer.
Vielleicht ist es das ja auch.

Sie verschweigen nichts, tragen Gefühle zur Schau und offenbaren sich in Balladen, die, mal traurig scheinen und mal zum Mitwippen einladen.
Geradezu mysteriös und verlangsamt schleicht beispielsweise das hinkende Candy Apple Red heran, eine hintergründige Bassline zieht und windet sich durch den Song.

Es gibt keine Ausreißer wie beispielsweise mit Calliope! vom Nux Vomica-Album von 2006,
hier und heute ruhen sie mehr in sich und ihren uns dargebrachten Gefühlen.

In jedem Fall ist es eine Fortsetzung auf dem Weg, eine Band für die Ewigkeit zu werden.

veils
Through The Deep, Dark Wood
Train With No Name
Candy Apple Red
Dancing With The Tornado
The Pearl
Sign Of Your Love
Turn From The Rain
Birds
Another Night On Earth
Out From The Valley & Into The Stars

° ° °

Wer die Band einmal live erlebt hat, kennt die große Präsenz des Piano- und Gesangsvirtuosen Andrews. Gänsehautstimmung verbreitet sich bei seinen akustischen Einlagen, ein Mann mit Hut in gedämmtes Licht getaucht, Stille und nur er ist das, was wichtig ist.
Bevor dann wieder ein gewaltiges Band-Donnerwetter hereinbricht, wild und ungestüm, schräg und ungehemmt.
Die Möglichkeit, dies mitzuerleben ergibt sich in Kürze auch wieder in unseren Breitengraden.

Mit neuen Songs und alter Liebe, los los und viel Spaß..

° ° °

° ° °

11. Juni, Köln, Blue Shell
12. Juni, Berlin, Bi Nuu
13. Juni, Hamburg, Molotow
14. Juni, Frankfurt, Das Bett
15. Juni, München, Atomic Cafe
18. Juni, Wien, Flex

° ° °

theveils

° ° °

97/100

2 Kommentare zu „Für die Ewigkeit: THE VEILS – Time Stays, We Go

  1. Hui, das höre ich gern, danke Alexander für die nette Alliteration!

    Die Veils mag ich schon sehr lang, ein Tipp ist das NUX VOMINA Album, auf dem mit Under The Folding Braches wirklich ein unglaublich toller Song drauf ist und es noch viel zu entdecken gibt..

    Jetzt freu ich mich erstmal auf die Tour..

    Viele Grüße aus Wien
    Jens

  2. Sehr schöne Rezension!
    Kannte die Band bisher gar nicht, werde nun aber definitiv mal Time Stays, We Go durchlaufen lassen.
    Danke für die tollen täglichen Tipps – Alliteration! 🙂

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