Manchmal tötet Wasser auch Menschen.*
Wenn man in eine Strömung gerät oder im Wasser einen Herzschlag erleidet.
Oder ein Fön in die Badewanne fällt, ungeschickterweise.
Oder man wird von einem Hai gebissen.
Eher alles seltene Fälle.

Manchmal bleibt man auch einfach im Regen stehen, wird zunächst feucht, dann durchnässt, das Wasser läuft in die Schuhe, das Shirt klebt am Körper, die Haare triefen und hängen in Strähnen herab.
Man steht einfach da und das Wasser ist wurscht, man lauscht nur der Musik und ist von Sinnen, wie verzaubert.
Eher ein seltener Fall.

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VALLEYS sind Matilda Perks und Marc St Louis aus Montreal

° ° °

Allein für den Albumtitel müsste man sie mit einer Medaille auszeichnen, seit
„Good News For People Who Love Bad News“  von
Modest Mouse
gab es nichts daran heran reichendes.
Und dann dieses hier. Grund genug, das alles hier gar nicht genug cool finden kann.

Wenn mir dann noch so Textzeilen wie „Cry your tears, then make your hair and find a new man“ (oder so ähnlich) zu Ohren getragen werden ist Begeisterung vorprogrammiert.

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Micromoving
Hounds
Absolutely Everything All The Time
See The Moon
Living Normal
Us
John, Meet Me At The Precipice
Before Fall
Exing Everything
Undream A Year

° ° °

VALLEYS

haben mit

Are You Going To Stand There And Talk Weird All Night

ein ganz heißes Eisen geschmiedet, irgendwo zwischen Traum(haftem)-Pop, Shoegaze und Elektrospielereien im sphärischem Ambiente, irgendwo zwischen den
Still Corners und Exitmusic
und ganz sicher irgendwo bald auch in Deinem Herzen.

Ein großes Abenteuer zwischen mit dunklen Untertönen versehenen kosmischen Ausflügen und brodelnder Melancholie im Wohlfühl-Ambiente, sie wandeln zwischen gehauchten Vocals und energischem Bass, halten die Balance zwischen Eingängigkeit und Experiment, verstehen es wohlklingende Melodien zu schaffen und diese wohltemperiert zu kredenzen ohne es an hintergründiger Boshaftigkeit (in Form überraschender Wendungen) mangeln zu lassen.

Man liest von persönlichen Verlusten im Vorfeld der Arbeiten am vorliegenden Album, so steht bei einem Teil der Texte natürlich diese Thematik im Vordergrund, auf der anderen Seite ist ergreifender Herzschmerz nicht nur für die Lyrics tonangebend sondern geradezu zu hören, gar zu verspüren.

VALLEYS

schaffen einen bleibenden Eindruck, hinterlassen den Hörer nicht mit Fragen und einem unklaren Gefühl im Bauch sondern haben ein grandioses Opus komponiert für den kommenden Sommer, den kommenden Herbst und den kommenden Winter, auf das man gerne zurückgreift, um der Realität ein wenig zu entkommen.

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° ° °

valleysvalleys.bandcamp

kaninerecords.valleys

semprinirecords

98/100

(*eine kleine Anspielung auf das 2009 erschienene Werk Sometimes Water Kills People)

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