Heutzutage ruht man sich nicht mehr aus. Man chillt.
Jeder chillt irgendwie mindestens einmal am Tag, hängt rum oder ab.

Vielleicht ist es nötig, ab und an mal die Temperatur herunterzufahren, beispielsweise nach einem hitzigen Wortgefecht am Arbeitsplatz. Oder anderen erhitzenden Tätigkeiten.

Warum aber dieser inflationäre Gebrauch des Wortes inzwischen so „in“ ist, kann ich mir nicht wirklich erklären.
Aber man muss ja nun wirklich nicht alles verstehen.
Die sprachliche Infiltrierung der deutschen Sprache mit Anglizismen ist ohnehin nicht aufzuhalten.

Erwähnt nun bitte niemand den völlig zu Unrecht so beliebten Coffee to go.
Vielleicht haben hier die Erfinder bei der eingedeutschten Übersetzung von take away potentiellen Langfingern vorbeugen wollen.

stillc
The Trip

Beginning To Blue
I Can’t Sleep
All I Know
Fireflies
Berlin Lovers
Future Age
Going Back To Strange
Beatcity
Midnight Drive
We Killed The Moonlight
Strange Pleasures

° ° °

In meiner Abrechnung mit 2011 haben die

STILL CORNERS

mit ihrem Debüt Creatures Of An Hour einen bedeutsamen zweiten Platz belegt und viel Freude bereitet.
Ein rundes Wohlfühlteil war das, nein, ist es noch immer.

Mit
Strange Pleasures
ist ihnen als Nachfolgewerk ein schnuckeliges Ding gelungen – die Entwicklung der Band jedoch wirkt noch unvollständig,
als wäre sie noch nicht endgültig abgeschlossen und vollzogen.

Es ist immer noch die zurückgelehnte und entspannte Fülle an Wohlklang und Schlafzimmerpop, die den Ohren schmeichelt und die Seele streichelt.
Und noch immer ist es beeindruckend, wie die Band um Mastermind Greg Hughes und die Engelsstimme von Tessa Murray ihre Soundteppiche vor Dir ausbreiten und Dich einladen auf einen Flug durch die Wolken, vorbei an den Hochhäusern der Stadt, hinaus in die Weite, die offene Landschaft, der einen Blick zulässt auf die Sorgen dort unten. Schon Reinhard Mey sprach von grenzenloser Freiheit und der Kleinheit der Dinge.

All dies passt gut zu
Strange Pleasures.

Auch der Titel hätte nicht stimmender gewählt werden können.
Es gibt Achtzigerpop, es gibt abgehobene Synthieklänge, weich, federnd und süß wie Zuckerwatte.

Auch die tanzwütigen Hörer werden bedient und haben mit Fireflies und dem schon vorab veröffentlichten
Berlin Lovers die perfekten Songs für den Tanzboden die den
notwendigen
Schlag und die Quengeligkeit haben die zur Bewegung taugt und animiert.

In jedem Song gibt es eine kleine feine Melodie, die jeweils großspurig ausgearbeitet und perfektioniert wurde und die in vielerlei Hinsicht eine perfekte Balance zwischen dem Schmeichelsound von Beach House und den vielversprechenden Klängen die beispielsweise  Chairlift auf ihrem Debüt zu schaffen in der Lage waren darstellt.

Ein sensibles Album mit unerwartet viel Platz nach oben.

° ° °

stillcorners.bandcamp

stillcorners.tumblr

subpop.still_corners

95/100

2 Kommentare zu „Mehrmals täglich: STILL CORNERS – Strange Pleasures

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.