ilameents(photo & allrights: ilameens & jagjaguwar)

Ich stehe dazu, wirklich und ich schäme mich kein bisschen.
Schon immer hatte ich eine gewisse Vorliebe für diese wilde schwedische Rockband mit den zwei Frauen und den zwei Herren die in Glitter-Glitzer-Klamotten über die Bühne hoppern, sich anlächeln und dabei ihr
„La-La-Ring-Shanana“ in poppigster Reinmanier zelebrieren.

Glöckchen klingen hell und rein, so nicht anders soll es sein.

Die glockenhelle Stimme von Amber Webber kann ebenso unwiderstehlich verzaubern.
Und, ja, klar, natürlich ist

LIGHTNING DUST

„nur“ das Nebenprojekt und ja, Black Mountain klingen ganz anders.

Und? Was sagt uns das?
Alles hat mindestens zwei Seiten.

Auch die Cranberries könnten gut klingen. Bei denen mag ich vor allem den Akzent.
Den hat Amber Webber auch, in Momenten.

Hach, was soll ich sagen, es gefällt mir ausnehmend gut, dieses
Fantasy.

Mit seinen elektronischen Spielereien, die auch vor vielen gefühlten Ewigkeiten entstanden sein könnten, mit ihrem luftigen 80-Jahre-Sound also und dem, ich wiederhole mich gern, unbeschreiblichen Gesang von Frau Webber ist dies ein ans Herz gehendes, in manchen Momenten altertümlich scheinendes aber brandaktuelles Album. Natürlich gibt es auch hier wieder die bereits auf den Vorgängeralben zur Genüge beanspruchten Akustischen Gitarren und die Wurlitzer Orgel, alles in allem ist dies aber ein sehr elektronisches Teilchen geworden. Minimalistische Sangesbögen und akribisch auf das Wesentliche reduzierte Lieder, die einem warm ums Herz werden lassen, so sehr sprechen sie Gefühl an und transformieren Vergangenheit ins Jahr 2013.

Was im Jahr 2007 als Interessensgemeinschaft von Amber Webber und Joshua Wells begonnen hatte um ihre „andere Seite“ und den Drang sich außerhalb ihres Black Mountain-Heimatstübchens auszutoben hat mittlerweile drei sehr unterschiedliche Alben hervorgebracht. Lightning Dust 2007,  Infinite Light 2009 und nun Fantasy. Für diese Platte besorgte sich Herr Wells einen alten ausgedienten MPC 2000 und los ging die Klangspielerei, während sich Frau Webber über die Ausgestaltung der Gesangslinien Gedanken machte.
Das Ergebnis ist ein faszinierend einfach gehaltenes, in seinen Facetten der Einfachheit aber überragendes mit einem spürbar dunklem und tiefgehenden Touch versehenes Werk, voll majestätisch anmutender Melodien, die man von

LIGHTNING DUST

so nicht erwarten konnte. Ein Werk, das es ohne Probleme in die Riege der interessantesten Veröffentlichungen dieses an Überraschungen reichen Musikjahres schafft.

ld.11183

Diamond
Reckless & Wild
Mirror
Moon
Fire Me Up
Loaded Gun
In The City Tonight
Fire Flesh & Bone
Never Again

° ° °

lightningdust

jagjaguwar

95/100

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.