agw

Alex Shields hat sich Verstärkung gesucht.
Und mit dieser Verstärkung (Linda Jarvis von Echo Lake, Comanechi, Ides) ging es mit neuer Frische
hinaus aus den Gefilden des Schlafraums directement ins Holy Mountain Studio.
Das macht einen hörbaren Unterschied, einen von mehreren, die mit der neuen Platte

Whirlpool

im Gegensatz zu seinen bisher zwei veröffentlichten Alben (2009: Mountain Debris, 2011: Lower) vollzogen wurden.

Die Scheibe beginnt mit einer knapp einminütigen Einleitung, eher ein Übergang von dem was war
zu dem was ist und auf
Whirlpool
Gültigkeit hat und erfüllt meiner Meinung nach nicht wirklich einen Zweck, ebenso wie die higher & lower benannten weiteren Einspielungen.

Wir bekommen hier einen Cocktail aus Grunge und elektrifiziertem zurückgenommenem Hall, Echo und Sound,
aus Gitarrenwänden in poppigen Gefilden.
Ein Album in gedeckten Tönen, zwischen Nostalgie und Aktualität.

Aurora, die erste Single, kommt mit abgerundeten Ecken herübergeschwappt, mit wummernden Bässen und feinem Gespür für
die Zwischentöne, die vom Liebeskummer berichten und teilhaben lassen.

Hier wird Lo-Fi-Pop konstruiert, gelebt, mit sägenden Gitarren angereichert, die Songs preschen voran, werden verlangsamt, hintergründig und im Hall stecken bleibend die Stimme.
In Dig Me Out könnte man eine Bruderschaft mit Dinosaur Jr. vermuten.
In Six Months geht es wiederum um verblichene Gefühle, um leere Hüllen die von ehemaliger Nähe übrig geblieben sind.
Ein einsames Akustikgitarrengerüst mit plätschernden Wassergeräuschen im Hintergrund wirkt labil, filigran, zerbrechlich, bevor uns in `73 herrlich mehrstimmiger Gesang
mit verspieltem Fingerpicking die Mahlzeit anreichern.

Eine aktuelle Remineszenz an die Vergangenheit.

Bored Again kommt psychedelisch angehaucht ganz langsam herangerauscht, wie Wellen am Strand, ohne Unterbrechung, pausenlos.
Bei Origami herrscht dreckiger Gitarrenlärm vor,
Hallo Shoegaze: guten Tag.

Whirlpool
erscheint wie ein Einblick in die Persönlichkeit und die Beschaffenheit der Gefühlswelten des Musikers.
Mit genügend hintergründigem Grinsen und Abstand zu den eigenen Kompositionen sowie mithilfe der herbeigerufenen Mitstreiter ist hier ein Album vor,
das durchaus verdient,
dass man sich mit ihm beschäftigt, freiwillig.
Denn um Aufmerksamkeit betteln tut hier niemand.

agraco

(higher)
Aurora
Float
Dig Me Out
(lower)
Six Months
’73
Bored Again‘
Origami
Bones
Streams
(lower 2)
Steps
Balloons

° ° °

(Auf der Soundcloud-Seite gibt es übrigens ganz viel als kostenloses Runterlad!
https://soundcloud.com/agravewithnoname)

bandcamp

82/100

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