Cloud_Control_2

Früher wollte ich Schriftsteller werden. Das war Jahre nachdem ich Moderator werden wollte.
Also, eine tolle Geschichte schreiben. Oder einen Roman. Einen, der den Leser beim Schopfe packt. Einen, über den die Menschen sprechen.
Ich wollte die schönste Geschichte erzählen, die überhaupt nur möglich ist. Trotz einiger, zugegebenermaßen überschaubarer Ambitionen – sie ist mir einfach nicht eingefallen.
Das können andere besser.
Nicht jetzt Geschichten, keine auf Papier zumindest. Eher Songs. Im Kopf. Und im Bauch.

CLOUD CONTROL

tun das.

Spätestens beim vierten Song haben sie Dich.
Spätestens.
Dann bist Du ihnen verfallen.

Ein spritziges, funkelndes, vielschichtiges, ein wunderbares Album.

Dream Cave

hat alles, was ein phantastisches Album benötigt.

Traumgleiche, wandernde Melodien, frisch und fröhlich, traurig, melancholisch, mitreißend.
Stimmen die Kopf und Herz gleichermaßen ansprechen. Harmonisch, grandios.

CLOUD CONTROL

sind Alister Wright, Heidi Lenffer, Jeremy Kelshaw und Ulrich Lenffer.

Mit ihrem 2011er Album Bliss Release haben sie sich in einige Herzen gespielt und in ihrer Heimat
den Australian Music Prize erhalten.
Seitdem sind sie irgendwie immer unterwegs und touren durch die Welt um mehr und mehr Menschen von ihrer intensiven und Spaß bringenden Art mit der sie musizieren zu begeistern. Gerade dieser Tage sind sie als Unterstützung mit Big Deal, den Local Natives und Breton durch die unsrigen Lande unterwegs.

Die neue Platte haben sie in Londons Suburbs aufgenommen wo die Band mittlerweile ein zweites Zuhause gefunden hat, weit entfernt von ihren heimatlichen Blue Mountains.
Sie haben die Gabe, ihren Songs diese unnachahmlich direkt ansprechenden Pop-Hooks zu verpassen, jene, die noch stundenlang im Kopf umherwehen und an die man in unmöglichsten Situationen gern mit einem Lächeln zurückdenkt. Sie schreiben Songs, die eine humoristische Ader und eine nicht zu ernste Art im Umgang mit ihrer Kunst offenbaren, Zeilen wie
I’m just a mirror for your love
(Promises)
sind einfach schön.
Und wer schon immer mal nach einem passenden „Ich hasse meinen Geburtstag“-Song
gesucht hat, wird hier mit Happy Birthday fündig, it’s true.

Manchmal klingen sie wie schleppende Portishead, mit wumpernden Beats, verwischt und verweht.
Dann wieder psycho und retro, dann wie Fleetwood Mac.

Elektrisierend und wunderbar, sie schaffen es, dass das Herzchen ein wenig schneller klopft.

Cloud_Control_Dream_Cave.jpeg_lo

Scream Rave
Dojo Rising
Promises
Moonrabbit
Island Living
The Smoke The Feeling
Scar
Happy Birthday
ice Age Heatwave
Tombstone
Dream Cave

° ° °


This Is What I Said


Dojo Rising


Scar

„Anyway, if you see that we’re playing near your town (and we probably will be) come and say hey, we love playing music and we could share that with you. When times are rough, good times become important. Forget who you are and come get lost with some friends, if you sing and dance a little it will make you feel like everything is going to be OK.“

Man soll sich ja nie zu früh festlegen, schon gar nicht in einer Musikwelt, die vor Überraschungen nur so überzusprudeln scheint in diesem Jahr. Aber ein Album das mir mehr gibt als dieses werde ich vermutlich nur schwer finden.

cloudcontrolband

soundcloud

98,9/100

Live:

4.10. Berlin, Magnet5.10. Hamburg, Molotow
1.11. Köln, Gebäude 9*
6.11. Hamburg, Molotow*
8.11. Wien, Flex*
13.11. Fribourg, Fri-Son*

*supporting Local Natives

2 Kommentare zu „Das Herzchen klopft: CLOUD CONTROL – Dream Cave

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