Hier schmelzen nicht ausschließlich die (schokoüberzogenen) (Lebkuchen-)Herzen der Damenwelt, Brian Molko schafft es mit seiner ungewöhnlich eindringlichen Stimme, auch bei der Fraktion der männlichen Erdenbürger zu punkten.

Mein

PLACEBO

-Shirt ist mittlerweile ausrangiert (alt, verwaschen, ausgedient) aber ich mochte es sehr gern. Kräftiger Stoff.

Nach Battle For The Sun konnte es ja auch nur aufwärts gehen.

Loud Like Love – los gehts mit der schon bekannten Single gleichen Namens. Joah. Kann man lassen, wenngleich der Chor im Refrain gegen Ende des Stücks ein wenig in Richtung „nervt mich“ geht. Desire von den Editors lässt mich einfach übel aufstoßen.

Scene Of The Crime beginnt mit schnippischem Handclaps, stiller, ruhiger. Es passiert zunächst nicht viel, baut sich dann aber langsam auf, behält die ruhigere Stimmung bei. In Minute Zwei kommt sogar ein zaghaft schlingerndes Piano zum Einsatz. Annehmbar, nicht umwerfend.

Too Many Friends startet mit nichts außer Molkos Stimme – und jenem Piano. Trägt. Passt. Gitarreneinspielung, macht auf wild inmitten der Ruhezone. Ist im Zug verboten, Scheiß drauf. Gelungen.

Hold On Me schleicht herbei, akustisch, leise. Wer hat die Katze aus dem Sack gelassen und wer hat der Welt zum Teufel nochmal erzählt, ich sei älter geworden? Ein gequältes und sich vereinzelt überschlagendes, verirrendes Stück, ich sehe schon die Fan-Feuerzeuge zündeln. Auch der gesprochene Mittelteil hat was, vermittelt ein filmisches Szenario. Nicht zu stark hin und her bewegen, die Flamme könnte ausgehen bevor Herr Charisma fertig ist.
Keine Sorge, Brian, wir bleiben bei Dir.

Rob The Bank kommt umgehend zur Sache, Stimme, krachige Drums, Bass. Die typischen Breaks (         ) läuten dann ein kleines Sägewerk ein, in PLACEBO-Manier, nett also, kein Grund zur Panik also. Komm, Bank ausrauben, egal wo, Amerika oder Moskau, dann ab nach Hause und ein wenig Liebe machen.

A Million Little Pieces klaviert uns in Augen und Ohren, eine schön balladesk gehaltenes Zuckerteilchen mit Streichern und sowas. Bislang das stärkste Stück. Sicher die nächste Single, die Platzierungen in der Indie-Hitparade sind gebucht.

Exit Wounds spielt. Synthetische Fetzen, wie aus der defektierten Jukebox. Molko zelebriert sich selbst, fast zwei Minuten lang. Der darf das.

In Purify klappert es kräftig, blubbert, so much confusion, yes. Dröhnige Synthieschleifen ziehen sich durch einen ständigen Tempiwechsel, energisch, in der Melodie ein wenig unscheinbar.

Das Ende wird eingeläutet, passenderweise mit Begin The End.
Schau mich an, sieh mir in die Augen und sag das noch einmal, leg meinen Kopf an deine Brust, nimm meinen Mund zu deinem Mund und dann machen wir es uns romantisch, hau mich von den Füßen, ohne Diskussion, sei einfach ehrlich. Heute ist die Nacht, die Nacht, die Nacht.. in der wir das Ende beginnen..
Ok. Okok.

Bosco. Piano. Fingerübungen Einsteigerstufe. Aber dann, hach, diese Stimme. Sechseinhalbminutenlang.
Und vielleicht ja Zeit für ein neues PLACEBO-Shirt.

plac
Loud Like Love
Scene Of The Crime
Too Many Friends
Hold On Me
Rob The Bank

A Million Little Pieces
Exit Wounds
Purify
Begin The End
Bosco


87/100

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