Was wurde nicht alles geschrieben.
Im Vorfeld der Veröffentlichung von Reflektor.
Und natürlich auch danach. Eigentlich seit Bekanntwerden des Erscheinungstermins.
Und noch mehr nach der Ankündigung: es wird gar ein Doppelalbum! Booooah.

Spekulation, ob denn

ARCADE FIRE

sich nicht eventuell übernehmen. Sich selbst untreu werden. Die Fans verprellen. Enttäuschen.
Hunderttausendfach kann man lesen,
Reflektor
sei das Album des Jahres, das Beste, was die Band je produziert hat.

Ungewöhnlich, anders, eine Weiterentwicklung, ein Sich-neu-erfinden. Oder ein Steckenbleiben.
Man konnte fast den Eindruck gewinnen, den Musikern selbst sei jedes mediale Echo recht, ob nun Lobpreisungen oder Verrisse, egal, Hauptsache Schlagzeilen. Und die gibt es wirklich mehr als genug.

Nähern wir uns der Musik einmal ungeachtet des darauf befindlichen Namens.
Wir finden ein äußerst unterhaltsames Stückchen Musik.
Synthetische Sounds, mit Funky Rhythm, mit Melodien fürs Tanzbein.
Es rockt nicht, kein Alternative-Kram mit kreisenden herrischen Gitarren.

Was auffällt: bis auf wenige Ausnahmen haben alle Songs Überlänge. Man zahlt ja gern ein wenig mehr, möchte dafür aber natürlich auch ein Ergebnis präsentiert bekommen. Ein lohnenswertes.

Normal Person könnte von einem Michael Jackson in schmutzigen Unterhosen stammen. Das ist gut und das gefällt mir. Zu der Unterhosenparty hat er Members der Red Hot Chili Peppers und der Queens Of The Stone Age geladen. Feine Vorstellung.

Fuzzelige jangelige Gitarren und ein im Stile der Discomusik der 70ger Jahre gehaltene Shouts und Lyrics mit Anlehnung an George Michaels größte Erfolge in You Already Know.

Das ist beileibe nichts Schlechtes. Man beachte: wir kümmern uns nicht um die Beschriftung, sondern hören einfach mal nach.

Dann wird der Punk ausgepackt: Joan Of Arc beginnt, wie Punksongs nunmal beginnen. Plötzlich: Break. The Sweet und Suzie Quattro statten uns einen Besuch ab. Blondie führt uns mit „Aaaaahhhaaaaaa“ in Versuchung, sich auf dem Kalender der Jahreszahl zu vergewissern.

So geht es weiter und weiter und weiter (DOPPELAlbum!) man könnte ellenlange Rezensionen verfassen. Was schließlich Alle tun, weil, und nun erkennen wir mit einem Blick auf’s Cover, es ist ARCADE FIRE,
Nein! Das hätte ich nie gedacht!

Das hier ist eine Art revolutionäres Album für diese Band ist und ein Stilmix sondergleichen. Es muss sich in keiner Minute an irgendetwas Vorgegebenen oder gar Erwartungen orientieren. Sondern macht, sofern man sich darauf einlässt, einfach Spaß.

Dafür gebührt dieser Band – und diesem Album – ein Platz in der Ruhmeshalle.

arc

Reflektor
We Exist
Flashbulb Eyes
Here Comes The Night Time
Normal Person
You Already Know
Joan Of Arc
Here Comes The Night Time II
Awful Sound (Oh Eurydice)
It’s Never Over (Oh Orpheus)
Porno
Afterlife
Supersymmetry

° ° °

95/100

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.