Nimm ein gutes Buch und Dein Sackerl, vergiss für den Weg dieser weiten Wanderung nicht, etwas Wasser gegen den Durst, etwas altbackenes Brot, getrocknete Wurst und etwas Obst. Warte nicht, bis die Sonne am höchsten Punkt am Himmel steht, erwache früh und begebe Dich auf den Weg. Bleib in der Nähe des Flusses, für alle Fälle und schlage Dein Lager nie in der Nähe der Siedlungen auf, zu leicht könnte man Dich entdecken, zu schnell wäre Dein Weg zu Ende und das Ziel Deiner Reise wäre ihr Ausgangspunkt.

GRASS HOUSE

aus Yorkshire vertonen so etwas wie die ewige Jagd und Suche nach Freiheit, Jugend, dabei stürmen sie sorglos voran, klingen nach offener Natur, wild plätschernden kühlen klaren Bächen, nach Weite und Sehnsucht, nach Sonnenaufgang am Horizont über den Bergen, nach Sonnenuntergang auf der Lichtung im Zelt.

Voll Enthusiasmus und Vitalität hat
A Sun Full And Drowning
eine sich übertragende Energie.

Über den frei von elektrischen Spielzeug daherkommenden Klängen schwebt, tonangebend und richtungsweisend die Stimme von Sänger Liam Palmer, vermittelt Geschichten, theatralische kleine Fairytales, man spürt fast greifbar den Klabautermann, die tanzenden Elfen. Unterstützung erfährt er durch Steven Dove, Ross Hall und Nicholas Jones, die in den vergangenen sechs Monaten mit ihrem Produzenten Jim Anderson (Twilight Sad, Cold Specks) an der Entstehung des Albums arbeiteten.

gras

In einer Tonart, die Nick Cave nahesteht, im Kampf um die Töne hört man eine Verspieltheit, die manchem Stück der Bright Eyes ähnelt, die Athmosphäre schwankt zwischen The Men They Couldn’t Hang und And Also The Trees,
eine Dichte und Tiefe die sich uns hier entgegenschlängelt, zwischen anheimelnd und steter Bedrohung, zwischen zart und zahm, pendelnd zwischen Gut und Unheil.

Ein spannungsreiches, ein überraschendes und wendungsreiches Werk, es ist eigenständiger Outsider-Pop, dem eine herbstlich anmutende Verwunschenheit innewohnt, ein beeindruckendes Album, direkt aus den Herzen der Musiker ins Herz ihrer Hörer.

grass

Spinning As We Turn
Of Haste And Art
Faun
And Now For The Wild
The Colours In The Light May Obscure
Wild And In Love
I Was A Streetlight
Tasteless But Taciturn
A Thousand Generators
Avocado Eyes

° ° °

grasshousemusic.co.uk

94/100

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