THE HIDDEN CAMERAS

waren schon immer etwas anders und sicher nicht, musikalisch wie auch im Umgang mit Stolz und Vorurteil,  massenkompatibel.

Age

heißt ihr neues Album und es ist eine Veränderung hörbar, fast spürbar.

Es mag schwierig wenn nicht gar unmöglich sein, die Musik als einziges Kriterium einer Rezension der

HIDDEN CAMERAS

zu sehen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Gay-Church-Folk-Pop vorrangig – nicht ausschließlich – pompös daher kam, gut klingen und ebenso unterhalten sollte. Es ist dem neuen Album eine Maß an neuer Energie und Bissigkeit anzumerken, die man der Band in diesem Umfang vielleicht gar nicht erwartet hätte, die ihm gut zu Gesicht steht.
Es ist keine Resignation, viel mehr so etwas wie eine Aufforderung an die Hörer und die Welt, Stellung zu beziehen.
Das dies im Jahr 2014 notwendig scheint, aktuell ist und überhaupt eine Erwähung finden muss, ist beachtenswert und nicht minder traurig. In Zeiten der Diskussionen etwa um eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften mit der Ehe sowie der widerlichen Politik des Machthabers des Gastgeberlandes der in Kürze beginnenden Olympischen Spiele genau das richtige Signal.

Seit 2001 sind sie nun schon in ihrer Mission unterwegs.
Ihre Liveauftritte, meist von männlichen Gogo-Tänzern, großem Chor und Streicherensemble begleitet geben dem Ganzen einen orchesterähnlichen Charakter. Ihr mittlerweile achtes Album wirkt  in gewisser Weise wie eine Abrechnung. Mit der Geschichte ihrer Band, mit ihrer Musik, mit ihren Texten. Im Mittelpunkt stehen oft skurile oder tragische Geschichten um das Erwachsenwerden und die mit dem Älterwerden wachsende Verantwortung sich selbst und der eigenen Weltanschauung und der an den Tag gelegten Moral oder eben Unmoral gegenüber.

Kaum wird man je irgendwo lesen, dass die heterosexuellen Musiker von…. eine Platte veröffentlicht haben.
Aber egal, sei’s drum.

Es finden sich acht Songs auf diesem Album, von denen alle in sich geschlossen klingen wie kleine pop-orchestrale Symphonien. Die Reggae-Nummer Afterparty sticht mit ihren Dub-Dance-Elemente klar hervor, mein Favorit ist mit Doom, das mich positiv an Depeche Mode zu Violator-Zeiten erinnert.

Insgesamt ist diese Platte vermehrt mit Synthies angereichert und zwickt und zwackt und piept auch manchmal.
So klingt Carpe Jugular in seiner kühlen Elektronik die aus den 80gern entlehnt sein könnte wie ein I Like Chopin der Neuzeit.

Mögen Joel Gibb und seine Bandkollegen aus Toronto nicht müde werden, solch froh stimmende,
ernste und immer wieder überraschende Popmusik zu machen.

hidden

Skin & Leather
Bread For Brat
Doom
Gay Goth Scene
Afterparty
Carpe Jugular
Ordinary Over You
Year Of The Spawn

° ° °

PS: Im Gegensatz zu einigen anderen CD-Rezensenten (...) behaupte ich einmal,
dass sich die Jungs auf dem Cover der Scheibe nicht küssen. Oder seh ich falsch?
Wäre aber trotzdem ein schickes T-Shirt-Motiv.

91/100

Skin & Leather
2. Bread For Brat
3. Doom
4. Gay Goth Scene
5. Afterparty
6. Carpe Jugular
7. Ordinary Over You
8. Year Of The Spawn – See more at: http://inyourspeakers.com/content/review/266-hidden-cameras-age-01032014#sthash.2ABz9u3U.dpuf
Skin & Leather
2. Bread For Brat
3. Doom
4. Gay Goth Scene
5. Afterparty
6. Carpe Jugular
7. Ordinary Over You
8. Year Of The Spawn – See more at: http://inyourspeakers.com/content/review/266-hidden-cameras-age-01032014#sthash.2ABz9u3U.dpuf

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