kyledeanreinfordhospiband
(photo & allrights: HOSPITALITY / kyledeinreinford / firerecords)

Verwinkelt und verschlungen ineinander, mit gut gepolsterten Breaks, einer angenehmen Stimme und Indiepopsongs, zwischen Girlgroup und Tingel-Tangel-Pop, zwischen ich rock mal los und Twee, zwischen Fröhlichkeit und Verschrobenheit, so könnte man das Debüt von

HOSPITALITY

in etwa beschreiben.

Fast genau zwei Jahre ist es her, seit die Band um Amber Papini, Brian Betancourt und Nathan Michel ihr selbstbetiteltes Debüt herausbrachte, das in Szenekreisen für gemäßigte Furore sorgte.
Nett, ja, gut und schön, darüber hinausgehend waren die Songs aber zum Großteil
so schnell verschwunden wie sie aufgetaucht waren.
Eine größere Öffentlichkeit ist ihnen… bislang nicht vergönnt gewesen.

Trouble

ist eine Fortentwicklung und Weiterentwicklung, mehr Songwritertum, ausgewogenere Songs, die sich zu einem Wechselbad zwischen Wohlklang und angedeuteter Dunkelheit steigern.

Das Album klingt gereift, kompakter, weiter, größer. Zusammenhängender. Die Band hat mehr zu sich gefunden und mehr Eigenständigkeit entwickelt.

Ihre neuen Songs sind stärker und scheinen klarer strukturiert, erwachsener, überlegter.
Quasi kaum mehr vorhanden ist das schüchterne schwache Stimmchen, das versucht die Lieder in eine bestimmte Richtung zu lenken, Papinis Organ hat eine bislang nicht gekannte Dynamik erreicht, an Kraft und Emotionalität gewonnen, wenngleich im Zuge dessen die naive Aufdringlichkeit des Vorgängers verloren gegangen ist, macht dies
Trouble
nicht ausschließlich aus vocaler Sicht im Vergleich zum Debütalbum zu einem weitaus interessanteren Album.
Sie haben sich selbst einen Rahmen geschaffen und einen Raum kreiert, in dem Platz ist für Sound und für die Stille zwischen den Lyrics und ihren Instrumenten, ein Raum, in dem widerstrebende Gefühle (gerade in der zweiten Hälfte des Albums) genauso ihren Platz finden wie ihre eigenen mysteriösen Erfahrungen und Wahrnehmungen fernab von den alltäglichen Erlebnissen.

Hospitality - Trouble_hi

hospitalitylives

firerecords

86/100

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