Wir haben 2014 und

MAXIMO PARK

sind nach nur relativ kurzer Zeit mit einem neuen Album nach The National Health aus dem Sommer 2012 zurück.
Manchmal ist es durchaus erfolgversprechend, keine Erwartungen zu haben.
Nachdem ich die erste Platte der Band ziemlich unterhaltsam und spaßig fand, waren die letzten Töne, die ich von ihnen vernommen hatte durchaus angetan zur Wegsortierung unter „Schade, aber vergessen wir das mal besser.“

So bin ich im Vorfeld von
Too Much Information
ganz positiv überrascht.
Weil, das was man schon hören durfte hat nette Melodien und gefällt mir.
Wohlan.

Gleich zu Beginn mit Give, Get, Take geht es rockig in die Platte hinein, mit vielschichtigem Gesang, druckvollem Schlagzeug und sphärigen Synthieeinschüben.
Brain Cells nimmt alles Tempo heraus, wir befinden uns in einer kühlen, feuchten Höhle, es kriecht leise heran, um die einschmeichelnden und Angst vertreibenden, ruhigen Stimme wabert eine Synthiemelodie, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht und die aufhorchen lässt. Gutes Stück.
Leave This Island kommt angewärmt und poppiger, klingt wie ein Schmachtfetzen der Synthiepopära, glattrasiert und schön, nicht aber nichtssagend, die Brauen hochgezogen, weil unerwartete Klänge. Bislang durchgehend schick bis cool.
Das nächste Stück gab es auch schon mit einem lyrischen Video, hat ganz viel vom Indie-Brit-Pop, Jarvis & Oasis haben hier irgendwo in einer Ecke Platz genommen.
My Bloody Mind kommt verhackt mit Chor, mit freilaufenden Instrumenten, mit Chor wie den Red Hot Chili Peppers und gesanglichen Spielereien wie bei den Talking Heads und Erinnerungsmomenten an Genesis. Welch Mischung. Insgesamt aber bislang das schwächste Stück.
Is It True?
Robert Palmer, Looking For Clues.
Kühl-elektronische Wanderung über eine morsche Brücke eines halb zugeforenen Flußbettes. Ultravox.
Drinking Martinis kommt mit Basslauf und Gitarrenspiel, relativ unbeweglich und nicht sonderlich einprägsam.
I Recognise The Light hat eine in den Vordergrund gezwängte Stimme zu bieten, aufdringliche Gitarre, unangenehme Soli. Hmpf. Wohin soll das denn gehen?
Midnight On The Hill beginnt mit einer angedeuteten Melodie, die Stimme hat wieder an Geheimnis und Umfang gewonnen, es rockt nicht unerheblich, bleibt aber hinter den ersten Stücken zurück, auch die Choreinschübe a la Bee Gees tragen eher zum Unbehagen bei.
Her Name Was Audre kommt nun ohne Elektro-Schnickschnack, dafür mit angedeuteter Orgel und Rock n Roll in der Hosentasche.
Where We’re Going? kommt mit Oldie-Flair und abwartender, sich langsam nach vorn tastender Stimme und akkustischer Melodie. Mit Chor sicher auch für Schiffsbrüchige auf hoher See geeignet. Landfolk.
Das Schlußstück Out Of Harm’s Way ist ein queres Teil mit David Byrne-Lyriks. Das Haus brennt.

Schon an der Vielzahl der genannten ähnlich klingenden Bands und Songs ist abzulesen, dass die Kreativität der Band momentan nicht aus ausschließlich eigenen Ideen entspringt und sich großräumig orientiert wird. Es ist ein unklare Bestandsaufnahme mit bemerkenswerten Songs und Songs, die man hört ohne das einem komisch wird – die aber genausowenig für ein längerfristiges Hochgefühl verantwortlich zeigen.

MAXIMO PARK

haben somit eine prima halbe Scheibe abgeliefert. Als Ganzes betrachtet häufen sich leider einige Belanglosigkeiten – ohne der sehr angenehmen ersten Hälfte der Platte ihren Charme nehmen zu können.

Wohin aber die Fahrt der Band führen wird, ist mir momentan unklar.
Vielleicht lassen sie sich mit kommenden Werken etwas mehr Zeit und hantieren mehr
mit Werkzeugen aus ihrer eigenen Werkstatt.

maxi

Give, Get, Take
Brain Cells
Leave This Island
Lydia, The Ink Will Never Dry
My Bloody Mind
Is It True?
Drinking Martinis
I Recognise The Light
Midnight On The Hill
Her Name Was Audre
Where We’re Going

° ° °

maximopark

73/100

 

Ein Kommentar zu „Dies und das: MAXIMO PARK – Too Much Information

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