Es rappelt im Karton: MILAGRES – Violent Light

MilagresbyShervinLainez7
(photo & allrights Shervin Lainez / MILAGRES / inhousepress)

Na, wenn da mal keine Konkurrenz herangewachsen ist.
Ihr lieben National– und Antlers-Fans, haltet Augen und vor allem Ohren offen, vielleicht ist das hier ja etwas für Euch.

Ihre letzte Platte aus 2011 Glowing Mouth war schon ein ganz schöner Brecher, zu ihrem neuen Album
Violent Light
werden sicher einige Köpfe überrascht gedreht werden, nach dem Motto, „Hey, geile Mukke, was ist das denn?“

Die Rede ist von

MILAGRES

Für ihre aktuelle Langspielplatte sind die Brooklyner Jungs um Frontmann und Sänger Kyle Wilson ganz tief in ihre Seelen herabgestiegen und haben nach Songideen gewühlt, die sie dann gemeinsam umgesetzt haben.
Herausgekommen sind wunderbar feinfühlige und einprägsame Songs, die keinen Vergleich zu Bands ähnlicher Couleur scheuen müssen. Im Gegenteil, sie sind ihnen oft ein ganzes Stück voraus.

Vielleicht schafft ja die Band, dessen Sänger, der wie viele hoffnungsvolle Künstler von Berühmtheit und Durchbruch träumt, nebenbei in einem Sterne-Restaurant in seiner Wahlheimat Brooklyn kellnert und in dieser Funktion anläßlich des Geburtstags von Lou Reed  David Bowie, Laurie Anderson, Julian Schnabel und Salman Rushdie bedienen durfte
(„Es war etwas deprimierend, diese Menschen nicht in einem anderen Zusammenhang treffen zu können“)
mit diesem ausgewogenen und in sich geschlossen wirkenden Album einen Schritt hin zu einer größeren Öffentlichkeit zu gehen. Zu wünschen wäre es ihnen.

Haben sie im Vorfeld zu dieser Veröffentlichung verlauten lassen, ihr neues Werk würde dunkler und härter (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) klingen, haben sie viel versprochen, nicht aber zu viel.

Die mit wuchtigen Drums, kreisenden Gitarren und blubbernden Synthieschleifen beginnende Platte (Perennial Bulb) haut einem viele gute Dinge vor den Latz.
Verschachtelte Schönheit mit sich überlagernden Gesangsparts, mit klarer Eleganz und ausgeklügeltem Instrumentaleinsatz (Terryfying Sea) wissen
MILAGRES,
wie man Hörerohren fesselt.
Die Vorabsingle Jeweled Cave beginnt mit Schall und Echo, einer gesanglichen Einleitung, bevor eine hochklassige Soundkaskade über uns hereinbricht um in die Anfangsnoten zurück zu finden.
Das Lied handelt von der Kinderfreundschaft zu seinem besten Freund.

„Es war keine sexuelle Beziehung, dennoch würde ich rückblickend
es als nichts anderes als Liebe bezeichnen. „

Eindringlich geht es in dem textlich eine Familiengeschichte beinhaltenden The Black Table weiter.
Hier wird die Geschichte des Großvaters, die er über die Veränderungen und Errungenschaften neuer Technik, genauer der Zerstörungskraft, die neue Wissenschaften für die Menschheit mit sich bringen, erzählt hat wiedergegeben.

In IDNYL übertrifft sich Wilson selbst und lässt seine Stimme in unglaubliche Höhen entschwinden, verpackt in einen Song über Herzen aus Stein, Verleugnung von Gefühlen und unerwiderte Liebe.

Wenn es denn nun klappt, mit
Violent Light
einen Schritt in der Bekanntheitsskala nach vorn zu machen, wird sich sicher für die Band die Gelegenheit ergeben, die erwähnten illustren Gäste am eigenen Tisch begrüßen zu dürfen.

mila

Perennial Bulb
Terrifying Sea
Jeweled Cave
The Black Table
Column Of Streetlight
The Letterbox
Urban Eunuchs
IDNYL
Sunburn
Another Light

° ° °

milagresmusic

88/100

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