poemssband

Katzen. Katzen haben sieben Leben. Sieben Leben und vier Augen.
Sie schauen nicht bedrohlich, wirken aber doch befremdlich, da ist etwas, was nicht stimmt.

Wenn man erstmal an diesem Cover vorbeigekommen ist und sich ohne Einschränkungen auf diese seltsame Musik einlässt, erwartet einen ein Wunderwerk an Tönen, verwinkelten Synthie-Melodien, eindringlichen Vocals und eine Menge zu entdecken.

Synth-Core.

Wenn man erst einmal ein Stückchen Schokolade genascht hat, nimmt man sich ganz schnell noch eines. Und dann noch eines, weil man gerade richtig auf den Geschmack gekommen ist. Dann legt man die Tafel vielleicht zur Seite.
Aber, so ist das eben, schwupp – ist der nächste Riegel abgebrochen und die süße Wohltat schmilzt im Mund.
So geht es einem mit diesem Album.

Erst ein Häppchen, man fragt sich, ob man überhaupt Lust darauf hat.
Doch eigentlich ist und hat man schon verloren.

Heads On Heads, das zweite Stück, geht einem schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf.

Klickernd und klappernd beginnt das Highlight dieses überraschenden Albums Gentle Mirror.
Im Duett sorgen Joanne Pollock und Aaron Funk für eine weitere Gänsehaut.
Verschleppt in Ton und Rhythmik, glasklare, schneidende Synths und wir hören ein erstklassiges Paradestück für die dunkle Indie-Disco, die nicht nur die Herzen in Schwingungen sondern die Schwarzkittel vorsichtig vor und zurückschweben lassen wird (wer sucht wird finden: Austra, Coil, Depeche Mode, Clock DVA..)

Bedtime mit seinem Spieluhrgeklimper, Gerassel und verstreuten Vocals bereitet zwei Minuten den Weg, dann bahnt sich die dunkle Stimme des Duos seinen Weg, doch, nur kurz, weiter in ambientartigen schwebenden Klangcollagen.
„I have a secret for you“.
Man glaubt es gern.

Moviescapes im Anschluß ist wie ein Gang durch eine unterirdische Tropfsteinhöhle. Man tappt herum, immer wieder stößt man sich an der Schulter, immer wieder greift die Hand auf der Suche nach Halt, findet nur die feuchte Höhlenwand.
Wie Wassertropfen perlen die Synthies während im Hintergrund ein sehnendes elektronisches Unbekanntes seine Bahnen zieht.

Miles Away schleicht sich heran, leise, unterschwellig, steigert sich kaskadenartig, wirkt hymnisch, kühl, bevor Stimmen sehnsuchtsvoll und schmelzend heranwehen. Ebenso sogartig das klagende Cello und die raunenden Vocals,
auf und abschwellend.

Experimentelle, fast industrialmäßige atonale Tonfolgen, die Verwirrung stiften, quer schießen,
Veränderung bringen, fordern und erreichen.

Pollock, ihres Zeichens Musikerin und Produzentin aus Toronto und Funk, der seinerseits als Venetian Snares musizierend durch die Lande zieht, haben ein überaus vielschichtiges, in Momenten faszinierendes, verwirrendes, schönes und unheilvolles Album geschaffen. Es ist kraftvoll und zurückhaltend, protzig und aufdringlich, verstörend und in Dunkelheit schimmernd.

POEMSS

machen hier eine wilde Fahrt mit ihren Hörern, eine psychedelische Fahrt durch die Fantasieländer der Kindheit mit Lyrics über das Haar antiker Pferde, die in der Lage waren, Kinder aus Bedrängnis zu retten.

POEMSS
sind minimalistisch und mystisch.

POEMSS

sind eine Entdeckung.

poemss
° ° °
Ancient Pony
Heads On Heads
Bedtime
Moviescapes
Miles Away
Gentle Mirror
Think Of Somewhere Nice
Losing Meaning
Hall Of Faces
Think Of Something Beautiful

planet.mu

dense.de

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94/100

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