IMG_0569(photo & allrights: NICK WATERHOUSE / inhousepress)

Irgendwie ist

NICK WATERHOUSE

ein wenig in der Zeitleiste verrutscht und seltsamerweise in einer Zeit vor seiner Geburt stehen- oder steckengeblieben.

Diese Rock’n Blues-Variationen mit schwingenden Elementen, Saxophon- und sonstigen Bläsereinlagen, Orgelgequäl und imaginären Mädels in rosa Kleidchen und hochgestecktem Haar, Petticoatdingens dieverschmitzt an ihrem Strohhalm in der Cherry-Coke nuckelnd, sie scheinen von ganz wo anders zu stammen.
Scheppernde Tambourine und Girlie-Chor, das klingt eindeutig nach den späten 50ger und 60ger Jahren.

Vielleicht kann er ja zukünftig auf seinen Songs noch ein paar Knack- und Knistergeräusche hinzufügen, wegen der Authenzität.

Holly
ist definitiv ein LA-Album geworden.

So wie John Fante oder Raymond Chandler die typischen Los Angeles-Geschichtenerzähler in literarischer Hinsicht sind, so ist Holly
eine musikalische Geschichte, die ganz wunderbar in diese Stadt mit ihren hellen und dunklen Erlebnissen und ihrer Kultur aus den letzten rund einhundert Jahren passt.
Thematisch wirkt die neue Scheibe mehr wie ein Gedicht in mehreren Versen oder ein Episodenfilm.
Sie erzählt eine fiktive Geschichte mit einem Helden, der viele verschiedene Dinge erlebt.
In gewisser Weise ist es also eine typisch Waterhouse’sche Zusammenstellung von schicksalhaften Momenten.

“I think it’s the spirit of the thing, it’s about the feel of somebody taking you into their own conception”

Nachdem Waterhouse, dieser sympathische junge Mann mit Nerdbrille und Rollkragenpullover, das Album seiner Labelkollegen, den Allah-Las, produzierte teilen sich auf diesem Longplayer der Künstler himself
und Kevin Augunas (Black Keys, Cold War Kids) diesen Job.

Er lässt sich mehr Zeit, gibt sich den nötigen Raum seine Kompositionen zu entschleunigen und ihnen Leben einzuhauchen.
Ganz zum Schluß in Heads On The Clock stößt er die Tür weit auf und lässt ein wenig Van Morrison hereintaumeln.
Well It’s Fine hat eine Menge jazziger Elemente in sich aufgesaugt, alles vibriert in einer Zeit, die durcheinandergeraten scheint.
Die Bläser, die Tremolo-Gitarren, die Orgeleskapaden, alles vermischt sich zu einer schmackhaften Vintage-Melange, die ihresgleichen sucht – und so bald nicht finden wird.

NW-Holly-FRONT.indd

High Tiding
This Is A Game
It no. 3
Let It Come Down
Sleepin’ Pills
 Holly
Dead Room
Well It’s Fine
Ain’t There Something Money Can’t Buy
Hands On The Clock

° ° °

nickwaterhouse

91/100

Ein Kommentar zu „Zurück in der Zeit: NICK WATERHOUSE – Holly [VÖ: 7.3.]

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