lost

LOST IN THE TREES

der Name impliziert eine Weitläufigkeit, eine Freiheit, Natur und Größe.

Und, mittlerweile vom Sextett auf ein Quartett geschrumpft, ist auch der Nachfolger von
A Church That Fits Our Needs
(das immerhin auf einem grandiosen Platz 2 in meiner Abrechnung 2012 landete)
ein unerschöpflich scheinendes Füllhorn an tiefgreifend und ergreifenden Pophymnen für die Ewigkeit.

Ari Pickers tenorige Stimme ist wie immer eine Wohltat, der man sich gern hingibt und einfach fallen lassen kann.

Jeder Funke fliegt, hoch im Wind, getragen, schließlich verglühend.
Jede Pore trägt und singt mit, bewegt sich in diesen brandenden, tosenden und gefühlvollen Songs, die eine versteckte Schönheit in sich tragen, die schwer in Worte zu fassen ist. Wo in früheren Werken eine orchestrale Stimmung vorherrschte, haben

LOST IN THE TREES

nun durch sparsamere Einsätze von Instrumenten einen größeren Raum geschaffen, einen Platz für Intimität und Ordnung. Es entsteht eine größere Tiefe und ein wenig mehr Dunkelheit in ihren Songs, die noch immer von Pickers Stimme leben, die auf Past Life
wieder von Engelschor begleitet werden, jedoch nicht mehr vordergründig sondern eher wie ein Film im Hintergrund. Klavierlinien, die die Richtung weisen, ein ratterndes Schlagzeug das unterstützend zur Seite steht.
Es entstehen Lieder, die Raum haben zum Atmen und stets zu schweben scheinen zwischen Gut und Unheilvoll,
zwischen Schönheit und Traurigkeit.

So wirken die Songs auf
Past Life
leichter zugänglich, befreiter – vielleicht liegt dies auch an der inzwischen durchlebten Verarbeitung des Todes von Pickers Mutter, der sich thematisch durch das letzte Album zog und das ihr auch gewidmet war. Trotz all der Traurigkeit, die man mitunter erleben muss, wird man reicher durch diese Erfahrungen, verdaut und verarbeitet, gewinnt an Verständnis für Tod und Leben, an Menschlichkeit und schreitet voran in eine Zukunft, an deren Horizont die Lichter glühen wir glitzernde Sterne vor einem wolkendurchzogenen Nachthimmel. Textlich scheint auf dem neuen Album ihre alte Tugend beibehalten, eine irrationale Mehrdimensionalität, ein Leben neben der Realität, wo Vögel aus Augen hervorfliegen, wo Engel durch die Lüfte schwirren und das Licht der Welt tatsächlich aus den Herzen kommt.

So ist Past Life ein Blick nach vorn – All I Want Is Your Heart. Darauf lässt sich aufbauen.

Es gibt statt vielschichtigem Orchester, das noch auf ihrer letzten Platte die Schönheit in wallenden Gewändern versteckt hielt ein offeneres Herangehen an ihre Songs, eine verborgene Zugänglichkeit und das Zulassen von Nähe. Es gibt zackige Gitarren, die neben dünnen Basslinien fast aufbrausend herumstöbern (Daunting Friends) und die Stille –
wie im vorab präsentierten Lady In White.
Es sind weitläufigere Kompositionen, in denen eine Romantik steckt, eine fast klassische Schönheit
in Verbindung mit leisem Alt-Pop-Gaze.

„We were killers in a past life – but it turned out all right.

Es ist kein Fortlaufen, es ist eher ein Voranschreiten in eine Zukunft für

LOST IN THE TREES,

die vielversprechend scheint.
Hat die Band, wie sie hier beweisen kann, uns doch erst ein kleines Stück ihres Potentials präsentiert.

lost
Excos

Past Life
Lady In White
Daunting Friend
Rites
Wake
Glass Harp
Sun
Night Walking
Upstairs

° ° °

lostinthetrees

97/100

  • Excos
  • Past Life
  • Lady in White
  • Daunting Friend
  • Rites
  • Wake
  • Glass Harp
  • Sun
  • Night Walking
  • Upstairs

– See more at: http://inyourspeakers.com/content/review/280-lost-trees-past-life-02132014#sthash.aYTRHHvi.dpuf

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.