Die Natur und ihre Bedeutung: LINDA PERHACS – The Soul Of All Natural Things

Linda-Perhacs_press-photo1(photo & allrights: LINDA PERHACS / offtherecords-pr.com)

Neunzehnhundertsiebzig.
Das klingt nicht nur wie lange her, das ist lange her.

In jenem Jahr hat

LINDA PERHACS

mit Parallelograms ein frühes, ein klassisches Folk-Album aufgenommen.

Nun begab es sich aber, dass seinerzeit kaum jemand abzuschätzen in der Lage war, dass jenes Album eine fast klassische Größe in seiner Liga spielen könnte. Und so kehrte Perhacs nach dem eher mäßigen Erfolg vielerorts unbeachtet zurück zu ihrer Arbeit als Zahnhygienikerin ohne ihre Songs auch nur einmal live einem Publikum dargeboten zu haben.

Jedenfalls hat

LINDA PERHACS

in einer Zeit, in der viele von uns, wenn überhaupt, gerade einmal in der Lage waren, die ersten Schritte ohne ständiges Stolpern zurückzulegen und das Löffelchen für den Brei ohne Hilfestellung im Patschehändchen zu halten, ein psychedelisch angehauchtes Folkalbum aufgenommen das die Neo-Psyche-New-Age-Patchouli-Wolken in sich aufgesaugt und in Musik und Ton zum Schwingen gebracht hatte.

Schließlich war es im Jahr 2003 das Asthmatic Kitty-Label mit Sufjan Stevens, das eine Wiederveröffentlichung des Albums, scheinbar längst überfällig, herausbrachte. Einige Jahre später gastierte Perhacs auf Devendra Banharts Album Smokey Rolls Down The Canyon – die Stimmen für ein paar neue Songs der Lady wurden lauter.

Mit Unterstützung durch Julia Holter und Ramona Gonzalez (Nite Jewel) entstand hier wieder eine zeitlose Musik in einem Umfeld, das gern von Musikern wie beispielsweise Joanna Newsom für sich beansprucht wird. Die mittlerweile Siebzigjährige schenkt uns eine Platte, vor der man nur ehrfurchtsvoll den Hut ziehen und auf der man den mystischen umwobenen Tönen und der junggebliebenen Stimme, den wandernden Melodien und hingehauchten Vocals lauschen kann.

Schon gleich zu Beginn der Platte laden verträumte Flamenco-Gitarren ein, es sich wohnlich einzurichten. Man spürt die Nähe der Künstlerin zur Natur, dem Rauschen des Meeres
(„Sieh die Wellen, die sich an Fels und Steinen brechen, hör dem Wind zu der mit Eis und Schaum spielt“ –
The Sound Of All Natural Things
).
Es klingt folkloristisch, liedermachermäßig, man hört clannadeske Töne ohne die irischen Begleitumstände, es sind kleine feine Oden an die Menschlickeit, es sind Harmonien und Wohlklang und das Suchen und Finden einer Bedeutung.

Sie überwindet die Zeit seit den Aufnahmen zu ihrem Parallelograms-Album scheinbar mühelos, eine glänzendere zeitgemäße Produktion ist unüberhörbar, ansonsten scheint die Zeit stehengeblieben und nichts hat sich verändert.

linda

The Soul Of All Natural Things
Children
River Of God
Daybreak
Intensity
Freely
Prisms Of Glass
Immunity
When Things Are True Again
Song Of The Planets

° ° °

lindaperhacs

85/100

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