Jagdfrösche: CLOUD NOTHINGS – Here And Nowhere Else [VÖ: 28.3.]

CN_PoonehGhana-34(photo & allrights: CLOUD NOTHINGS /Pooneh Ghana / inhousepress / pias)

Wusstet Ihr, dass Frösche, wenn sie ihre Zunge einmal aus ihrem Maul herausschnellen lassen, die Bewegungsrichtung nicht mehr beeinflussen können?
Dazu bewegt sie sich mit ungefähren 36 km/h, würde also in nur einer Sekunde eine Strecke von bis zu 10 Metern zurücklegen.
Man hat als Frosch auf der Jagd also jeweils nur einen einzigen Versuch. Wenn der nicht klappt, bleibt man, vorerst, hungrig.

Diesen Hunger haben sich

CLOUD NOTHINGS

beibehalten.

Mit
Here And Nowhere Else
kommt die konsequente, die logische Fortsetzung des letzten Albums Attack On Memory aus dem Jahr 2012 in die Läden.
Es dampft hier und hämmert und doch ist dieses alles andere als einfache Drauflos-Musik ohne Hintergedanken.
Hier kommt das melodiöseste, was die Band je produziert hat.
Geblieben ist die Wildheit und brachiale Kraft, mit der die drei Herren ihre Musik herausschleudern.

Dem Trio aus Cleveland, Ohio, bestehend aus dem erst 22jährigen Sänger Dylan Baldi, TJ Herzog am Bass und Jayson Gerycz an den Drums fällt es nicht schwer, hier ein energetisches Feuerwerk abzubrennen,
dass einem ruckzuck ans Herz wächst und heftigst knackt und knistert.
Offenbar kann es den Herren nicht schnell genug gehen, wie beim Pakete aufreißen,
wenn man sich wie ein Kind auf die Überraschung freut.

„It’s not just an in-your-face rock record. There’s more going on. You can listen to a song 20 times and still hear different little things in there that you didn’t notice before. Every time I listen I notice something that I didn’t even realize we did.“

Und, matroschkagleich, in jedem Großen steckt noch ein weiteres, kleineres, feineres.

Wie schon im letzten Jahr The Thermals scheint es so zu sein, dass dieser schnellen, kurvenreichen Musik auf Platte gebannt eine relativ kurze Zeitspanne ausreicht, die zu erzählenden Geschichten den Hörern nahe zu bringen.

Mit gerade mal 32 Minuten ist
Here And Nowhere Else
zwar viel mehr als ein Appetithäppchen, so richtig satt fühlt man sich danach aber nicht.

So bleibt einem nur, wenn man, was zu erwarten ist, noch in der Stimmung ist, die Nadel wieder auf Anfang zu setzen und sich nochmal in diese mit reichlich Spaß ausgestattete Achterbahnfahrt zu begeben.

Was bleibt?
Keine scheiß Veränderung zu mehr irgendwas. Einfach (kackenochmal) gut.

cloud

Now Here In
Quieter Today
Psychic Trauma
Just See Fear
Giving Into Seeing
No Thoughts
Pattern Walks
I’m Not Part Of Me

musicglue.com/cloud-nothings

cloudnothings

95/100

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