Nackt und ehrlich, wild und gefährlich: PROTOMARTYR – Under Color Of Official Right

Protomartyr2AngelCeballos(photo & allrights: PROTOMARTYR / Angel Ceballos / inhousepress)

Jajaja, das ist herrlich, nackt und ehrlich, wild und gefährlich.
Irgendwie bin ich auf Hau-den-Lukas-Platten gerade ganz gut zu sprechen.

Detroit.
Klingt fern und weit weg und irgendwie nach Industrie und gar nicht witzig.
Man muss ja nicht immer fröhlich sein.
Und Garagenmusik zu machen, wenn man aus einer Motorenstadt kommt, ist gar nicht abwegig. Wobei dies ein schwacher Zusammenhang ist, nicht jeder Mensch aus Solingen macht schliesslich Frühstücksradio nur weil er aus Solingen kommt.

Punkige Gitarren und nur wenig Zeit, das ist die Mischung, die

PROTOMARTYR

für ihr zweites Album (nach No Passion All Technique aus dem Jahr 2013) wieder für sich in Anspruch nehmen.

 Indierock, Post-Punk, Poppunk. Egal.
Es klingt wie es klingt und es klingt in Momenten hart und direkt und hart und direkt ist gar nicht so übel.
Jajaja, heute hau’n wir auf die Pauke.

Kaum verwunderlich, dass diese Jungs gerade mit Cloud Nothings in der Heimat auf Tour sind.

Zu Beginn klingt
Under Color Of Official Right
noch recht harmlos, Maidenhead klingt wie der Titel vermuten lässt, verlangsamt und nahezu schön, eine kleine Explosion nach eineinhalb Minuten, dann kehrt man zurück in ein von verhaltenen Drums begleitetes Gitarren- und Bassgezupfe.

Aber, so einfach ist das nicht.
Schon Ain’t That Simple geht da energischer zur Sache, Vocals die entfernt Punklegende Mark E. Smith in Erinnerung rufen, quer und mindestens doppelter Geschwindigkeit wie das Eröffnungsstück.

Das Nervenzerren beginnt dann spätestens mit Want Remover und ich kann verstehen, wenn man bei diesen Klängen ursprüngliche Zustände wieder herstellen möchte. Jeffrey Lee Pierce hätte seine Freude an diesem Stück gehabt.

Bad Advice, das die zweite Hälfte eröffnet, könnte man sich als Nick Cave-Hymne vorstellen. Ein Highlight einer durchgehend spannenden Scheibe sicherlich.

So schwebt der Geist der Punk-Veteranen durch die Luft, die heiß und stickig, schmutzig und staubig wirkt.
Die Band um Alex, Greg, Joe und Scott experimentiert, testet, sitzt mit gezückter Schnellfeuerwaffe auf der Veranda und wartet auf mögliche Opfer. Die Rhythmen passen, fügen die Instrumente mit der Stimme zusammen, übernehmen die Führung,
folgen in gespannter Erwartung mit hinterhältigem Grinsen.

proto

Maidenhead
  Ain’t So Simple
  Want Remover
  Trust Me Billy
  Pagans
  What the Wall Said
  Tarpeian Rock
  Bad Advice
  Son of Dis
  Scum, Rise!
  I Stare at Floors
  Come & See
  Violent
  I’ll Take That Applause

° ° °

86/100

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