Ich war mir nicht sicher, ob ich das hören wollte. Musste.
Das neue Album von

THE WAR ON DRUGS

schien irgendwie an mir vorbei gegangen zu sein.
Und, wie ich nun nachdem ich es ungefähr fünfmal gehört habe, feststelle, mit gutem Grund.

Aber was man nicht so alles liest..
Jedenfalls ist dieses Album hier für viele so etwas wie das heiße Ding des Jahres schlechthin.
Liegt es vielleicht daran, dass der mittlerweile über den Hype hinwegexistierende Kurt Vile mal als
Mitbegründer der Band mit von der Partie war?
Und, obwohl er hier bei der Arbeit seiner ehemaligen Mitstreiter gar nicht
zur Seite gestanden hat, ist er es vielleicht, der auf dem Cover prangt?
Sicher nicht, aber sicher weiß man es nicht.

Jedenfalls kann diese Hochachtung vor diesem Album nicht allein an der darauf befindlichen Musik liegen.
Die ist zwar nett bis bemerkenswert aber nicht weiter besonders, nicht mehr als ok.
Denn hier haben wir eine Bande von Mittelklasserockern die nichts anderes tun als Mittelklasserock zu fabrizieren.

Die Dire Straits kennt doch heute kein Mensch mehr..
In Disappearing hört man mit ein paar Synthiewellen angereicherten Autofahrerrock,
den Mark Knopfler und seine Jungs schon vor nahezu 30 Jahren zu Gehör trugen.

Die alten Themen mit neuem Leben gefüllt.
Ja, es ist eine vielleicht ja zeitlose, eine schwebende Melange, die in Momenten zwar ganz gut klingt, der ich aber dauerhaft eher das Prädikat
„wie lang soll das denn noch so weitergehen und vor sich hinplätschern..?“ geben würde.

Die Haare wehen im Fahrtwind, es klingt wie die alten Klassiker, nehmen wir Springsteen und Dylan, daran ist nichts auszusetzen. Das hat Unterhaltungswert für den Moment.
Würde Eyes To The Wind im Radio erklingen, ich würde mich fragen, ob die alten Helden mal wieder ein wenig Geld scheffeln
wollen und aktiv geworden sind.

Nicht jede Musik kann innovativ sein und hat Ansprüche, die über das Unterhalten wollen hinaus gehen, wenn mir aber vor lauter triefendem Folk-Blues-Ambiente und Heart of Rock’n Roll-Romantik dieselben Töne entgegenperlen, die mir schon als Jugendlicher auf die Nerven gingen, ist mein Interesse gedeckt.
Vielen Dank.

 

war

Under the pressure
Red eyes
Suffering
An ocean in between the waves
Disappearing
Eyes to the wind
The haunting idle
Burning
Lost in the dream
In reverse

66/100

2 Kommentare zu „Mittelklasse: THE WAR ON DRUGS – Lost In The Dream

  1. Tja. Ich habe irgendwie keinen Zugang finden können. Es ist ja nicht übel, aber freiwillig werde ich das sicher nicht mehr hören..
    Love Over Gold.. ich muss mal wühlen.. ; )

  2. war anfänglich ziemlich begeistert von der platte. nach so ca. 10maligem hören find ich sie noch ganz in Ordnung. den Hype dahinter verstehe ich auch nicht wirklich. da mag ich petty, springsteen und vor allem die dire straits doch viel mehr. letztere sollte man sowieso viel öfters hören. love over gold, making movies, das debüt… was für alben.

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