Dieser barttragende, oftmals als Kauz verschrieene Kopf der

EELS

hat nun (s)ein neues Ding fertiggestellt.

Seine Abenteuer. Seine.
Die sind es, die wir hier zu hören bekommen. Mit dem nie vergessenen ironischen Augenzwinkern, das er häufig genug in seine Texte streut, die weitab sind von einfacher guter Laune-Unterhaltung.

Es wäre gar keine so schlechte Romanvorlage: Ein mittelmäßig attraktiver Neunzehnjähriger findet seinen Vater, einen saufenden Physiker voller Depressionen eines Morgens tot in seinem Bett. Kurze Zeit nach der Beerdigung verstirbt seine an Krebs erkrankte Mutter. Dies macht seiner Schwester so zu schaffen, dass sie schließlich den Freitod als Befreiung aus diesem Leben wählt. Einige Zeit später, als er sich gerade wieder aufgerappelt hat, passiert der 11. September. Seine Cousine befindet sich als Stewardess an Bord der Maschine, die ins Pentagon gesteuert wurde.
Da ließe sich thrillermäßig etwas draus machen.

E., wie Everett sich immer noch gern nennen lässt, sucht seinen Weg in seiner Musik und verwendet im Titel des Werks statt der Abkürzung seinen vollen Namen:
The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett.

Leichte Kost in Form von Hitkompatiblität war nie Markenzeichen seiner Band. Anbiederung an allgemeingültige Vorstellungen von wie seine Musik zu klingen hat  haben ihn nie wirklich interessiert. Er macht sein Ding und er macht es prima.
Ich bin unsicher, ob Herr Everett in der Lage wäre, selbst wenn er es versuchen würde, einen schunkeligen radiotauglichen Hit zu schreiben.

Das neue Album klingt von dem, was uns musikalisch entgegenspringt nicht wirklich neu, es tönt vertraut, es schmeichelt sich so leicht und leise heran, kratzt an der Scheibe wie eine im Schnee frierende Katze und, natürlich, wie könnte man diesen Wunsch abschlagen?
Natürlich öffnet man das Fenster und bittet herein.

Für das neue Album grub er ein wenig tiefer in seinen Erfahrungen und Erinnerungen, verwarf Songideen, schrieb neue.
Eine Art Verarbeitung seiner Erlebnisse.

I’m hoping it could maybe serve as some sort of example for others. To learn from my mistakes.

So ist auch das neue Album der

EELS

keine bahnbrechende Sache, aber ein wieder sehr gelungenes Stück Musik einer der dauerhaft spleenigsten und coolsten Bands des Musikbusiness‘.

° ° °

If I could do just one thing
Set the clock back many years ago
I’d teach that motherfucker that raised you
How to treat you right

 

eels

Parallels
Lockdown Hurricane
Agatha Chang
A Swallow In The Sun
WHere I’m From
Serie Of Misunderstandings
Kindred Spirit
Gentleman’s Choice
Dead Reckoning
Answers
Mistakes Of My Youth
Where I’m Going

° ° °

eelstheband.com

90/100

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