Alte Liebe, wohin?: ECHO AND THE BUNNYMEN – Meteorites

Oha, es gibt sie noch.

ECHO & THE BUNNYMEN,

die früher für Punk und Widerspruch, für stechend klare Drums und hallige, vertrackte Rhythmen standen, für beispielhaftes schräg und schön, schaurig und traurig und Aufruhr, die mit Ocean Rain dann eine Abkehr von ihrem früheren Sound und mit dem Album eines der faszinierendsten überhaupt zusammenzimmerten, klingen nun.. auf den ersten Blick zahm. Zahm und in die Jahre gekommen.
Dazu kommt der Verlust ihres Charismas, an dessen Stelle wird hier mit „Hooo-Ahh“ und verwandten Catchy-Rymes versucht, Stimmung aufzubauen. Mit solcherlei Seichtigkeiten werden seit Urgedenken die Charts verseucht.
Dahin gehört aber auch die 2014er Variante der ehemals innovativen Band nicht.

Holy Moses erinnert mich an die Sprüche unserer Kindergartenerzieherinnen, die in Singsang-Stimme immer wenn am Frühstückstisch etwas zu Bruch ging oder ein Pups in die Windel „HolyMoly“ ausriefen. Hmpf.

Natürlich ist da noch die Stimme von Ian McCulloch, seit Jahrzehnten Markenzeichen und neben der einst so typischen Gitarren, dem genialen Bass (Will Sergeant, Pete de Freitas..)  schlichtweg das Erkennungszeichen der Band.
Diese Stimme wirkt aber, wie beispielsweise in Constantinople, welches mit versuchter brachialer Gitarrenarbeit (Killing Joke/Paradise Lost Light/ The Mission) vor fünfzehn, zwanzig Jahren als innovativ angesehen werden konnte, seltsam in den Hintergrund gedrängt.

Wo ist die Klarheit?
Das immer wiederkehrende wohlige Bauchziehen verursachende Organ in seiner Sehnsucht und versteckter Verruchtheit?
Der Punk (Porcupine) ist weg, der Gitarrensound wurde künstlich aufgemotzt und rennt trotzdem der eigenen Vergangenheit hinterher.
Haben sie das nötig oder fällt ihnen nichts anderes ein?
Sie können es doch, sie haben es hundertfach bewiesen, wieso tun sie es nicht einfach?

Sicher, würden

ECHO & THE BUNNYMEN

2014 klingen wie die gleiche Band vor 25 Jahren wären die Eigenplagiatsvorwürfe schnell zur Hand.
So jedoch reiht sich eine Fast-Belanglosigkeit an die nächste.

Wenn sie sich mit „Hey – Hey – Hey“ in Is This A Breakdown selbst anfeuern, schlägt man mindestens gedanklich die Hände vor den Kopf und ist versucht, ganz schnell zum nächsten Titel zu hüpfen.
Die Gefahr, dort eine Enttäuschung zu erleben, wächst mit jeder Minute Spielzeit.

Klangen die Plings und gezupften Gitarren früher ergreifend, hat man heute das Gefühl von Urlaub in Griechenland.
Ich mag sie trotzdem und eh ich hier noch ganz viel Ehrlichkeit verbreite, lasse ich es dabei.

Nett.

echo

Meteorites
Holy Moses
Constantinople
Is This A Breakdown?
Grapes Upon The Wine
Lovers On The Run
Burn It Down
Explosions
Market Town
New Horizons

° ° °

bunnymen

71/100

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..