ao

Es knackt im Unterholz, das Gebälk brodelt.
Wie dumpfer, aufsteigender Rauch, Qualm, ein Schwelbrand.
Ich mag das, die Vorstellung, wenn ein feines kleines Feuerchen leis‘ vor sich hin glimmt, ein kurzer Windhauch aber das Ganze entflammen kann, vom Glühen zum Feuer wird, dazu dieser Geruch von nassem Holz, verkokelt, verbrannt.

CLAP YOUR HANDS SAY YEAH

sind Feuer.
Ein schönes, hohes, großes Feuer.
Es brennt lichterloh.

Only Run

Wenn ich mir bei gefühlt gehörten 350 Alben in diesem Jahr dieses hier das erste ist, welches ich mir kostenpflichtig herunterlade, wenn ich mir morgens aus dem Zimmer des noch schlafenden Nachwuchses die Kopfhörer für den Weg zur Arbeit ausleihe, dann muss schon irgendetwas geschehen sein.

Manchmal entdeckt man neu, was immer in einem gewohnt hat und gewesen ist, ein Kribbeln und das Wiedererwachen eines vergessenen Gefühls.

Alec Ounsworth‘ Stimme, dieses quere Gesinge, verursacht dieses Ziehen, ein sehnsuchtsvolles Sehnen, ein Blinzeln und einen Augenaufschlag, ein inneres ‚Hachja‘, das fast (aber nur fast) nach Außen dringt, gerade noch heruntergeschluckt und zurückgehalten werden kann.
Diese Stimme, die sich ausbreitet wie ein Ölteppich im Meer, die die Stücke trägt und fördert, die durch die Synthiespielereien in den Vordergrund gelangt.

Wenn eine Band, die seit fast zehn Jahren in der gleichen Zusammensetzung existiert hat, den Weggang von drei Gründungsmitgliedern (Robbie Guertin und das Bruderpaar Tyler und Lee Sargent) zu verzeichnen hat, kann man über die Gründe spekulieren, muss man aber nicht.
Die Folgen eines solchen Verlustes sind unter Umständen ein Zerfall des ganzen Projektes oder ein energetisches „Jetzt erst Recht“ und mit neuer Kraft und Hummeln im Hinternvoran. In diesem Fall möchte ich behaupten, war die Entscheidung weiter zu machen mehr als eine gute und nach dem genialen Debütwerk, sowie Some Loud Thunder und Hysterical in den letzten Jahren ist hier ein neues Leben zu verspüren.

Nach dem Debüt ist die neue Scheibe (mittlerweile Langspieler Nummer Vier) die erste, bei denen Ounsworth die Produktion und das Drumherum wieder in Eigenverantwortung übernommen hat – was dem Gesamtbild gut getan hat und die Stärken der Band unzweifelhaft in den Vordergrund rückt.

Nie waren

CLAP YOUR HANDS SAY YEAH

experimentierfreudiger, ihre Ideen funkensprühender, nie haben sie ihre Songs  grandioser in die Rillen gepresst und nie haben sie mir besser gefallen.

Only Run
klingt wie ein Neubeginn, voll klanglicher Eskapaden, stimmlicher Hightlights und miesepetriger Schnoddrigkeit, so frisch, dass man sich kaum erinnern möchte, wie die Band früher einmal geklungen hat.

So erleben wir massive Drums und inflationär eingesetzte druckvolle Synthiespielereien, die Spannungskurve geht in fast allen Songs steil nach oben um fast regelmäßig dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist.

Viele Alben sah ich kommen und gehen und zweifelte mitunter schon an meiner Begeisterungsfähigkeit, so richtig meine ich, so ein hingebungsvollen „Yes! Das ist es!“

Mal wieder ein Album, das nicht nur cool und ok ist sondern das Zeug hat, eine Bedeutung zu erlangen.
Seit dem letztjährigen Thermals-Album und Twilight Sad vor zwei Jahren ist das nicht sehr häufig der Fall gewesen.

Ich bin noch nicht sicher, wo genau
Only Run
seinen Platz finden wird.
Neben dem Tron des Jahres (Solander steht da irgendwo) hab ich aber mal Staub gewischt und ein Plätzchen freigeräumt.

cyh

As Always
Blameless
Coming Down
Little Moments
Only Run
Your Advice
Beyond Illusion
Impossible Request
Cover Up

° ° °

cyhsy

undertow

97/100

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