Diese zwei Beiden sind nicht nur auf Solopfaden erfolgreich, sie können es auch gemeinsam. Eine Woge der kuscheligen Zweisamkeit überzieht dieses Album und macht es leicht, sich in seinen Weiten zu verlieren. Sie nehmen sich an den Händen, verschlingen die Finger ineinander, lassen ihre Stimmen sich tragen und miteinander spielen. Melodien zum Mitsummen, zum Rücken an Rücken aneinander lehnen, die Zehen im Sand verbuddelt, den Blick aufeinander gerichtet oder in die Ferne schweigend, die Natur spüren und die Unendlichkeit des Seins zu atmen und Romantik verzapfen.

Julia Stone fiel mir erstmals ganz deutlich mit ihrem überaus selbstbewussten Album ‚The Memory Machine‘ ins Gehör, mit piepsig leichter Jungmädchenstimme schlich sie sich heran um klare Spuren zu hinterlassen.
Gleichsam stimmlich schmeichelnd erledigt sie ihre Sangesarbeit auf diesem nun vorliegenden neuen Album, das sie gemeinsam mit ihrem Bruder und Musikpartner aufgenommen hat. Duettös bebildern sie im Ein- oder Zwieklang ihre Songs mit unverkennbarer Liebe zum Detail in ihren selbstverfassten Liedergebilden.

Sie trafen sich diesmal, anders als bei ihren bisheriger Zusammenarbeit ohne vorgefertigte Ideen, ohne feste Songstrukturen im Kopf, trafen sich und wollten Spaß an ihrer Musik haben. Ohne Diskussionen, wer welchen Song von sich wie oder wo platzieren soll. Natürlich bestimmt die Zeit und die Phase, die man gerade durchlebt sowohl in der Art der Musik als auch in der Herangehensweise die Lieder, die man gerade aufnimmt. In den letzten vier Jahren haben die Beiden an Soloplatten gewerkelt und mit unterschiedlichen Musikern gearbeitet, so dass ganz von selbst die vielfältigen Einflüsse, die auf irgendeine Art und Weise in die Entstehungsgeschichte des neuen, dritten gemeinsamen Albums integriert worden, entstanden sind. Mit ihren Soloalben gingen sie in verschiedene Richtungen und haben das Erlebte nun zusammengetragen und mitgebracht zu den Aufnahmen ihres Gemeinschaftswerkes.

Entstanden ist ein Album, das zwischen guter Stimmung und großer Sehnsucht pendelt, zwischen Nähe und großer Einsamkeit, ein Album das folkige Elemente mit Pop und Country-Phrasen anreichert, das Geborgenheit schenkt und gleichzeitig wirkt wie ein Aufbruch ins Unbekannte.

Was wir jetzt gerade tun, werden wir nie erklären können.

stone

A Heartbreak
My Word For It
Grizzly Bear
Heart Beats Slow
Wherever You Are
Get Home
Death Defying Acts
Little Whiskey
From The Stalls
Other Things
Please You
Main Street
Crash & Burn

° ° °

° ° °

92/100

Ein Kommentar zu „Wir können es nicht erklären: ANGUS & JULIA STONE

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