Indieflucht? DIE STERNE – Flucht In Die Flucht

sternsta
(Bild & allrights: Staatsakt)

Natürlich wird man, wie auch in der Vergangenheit und seit jenen Tagen in den 1990ger Jahren häufig und gern verwendet, wenn es um deutschsprachigen Gitarrenpop mit ab und an kritischen Texten geht, wieder Begriffe wie Hamburger Schule hören und die Vergangenheit und alles, was vorbei ist, ist vorbei und die neue Platte ist trotzdem da und aktuell natürlich.
Alles wird sich ändern wenn wir groß sind, auch hier bei uns, Dirk und nicht nur in Seattle, weil, bliebe es alles beim Alten, das würde uns nur ruinieren.

Die reinen Partysongs scheinen inzwischen ihrem bisherigen Leben anzugehören.
Die Zeit bleibt nicht stehen und

DIE STERNE

sind

DIE STERNE sind DIE STERNE sind…
Es gibt gefühlte Milliarden davon am Himmel und man kann sie betrachten wenn die Wolkendecke gerade anderswo benötigt wird und dann fragt man sich, wo kommen sie her und was tun sie so?

DIE STERNE

machen mit
Flucht In Die Flucht
wieder einmal einen Schritt nach vorn oder drei und fast keinen zurück, sie klingen spontaner als man erwarten konnte, kreativ und kritisch und keineswegs ständig so belanglos
wie man befürchten konnte. Kein Cover von sich selbst also.
Woran das liegt, keine Ahnung, jedenfalls gibt es Songs auf ihrem neuen Album, die man so nicht unbedingt erwartet hätte.

Sie machen in gewisser Weise einen Schritt in Richtung „wir tun was wir wollen und lassen uns weder von Eurer Meinung noch von Eurem mitunter einfach nur dämlichen Tun beeinflussen„, sie treten eine in vielen Momenten persönliche definierte Flucht nach vorn an, behandeln Themen wie Mobbing, das Suchen und Finden von ’ner Traumwohnung im gängigen Viertel, vom Leben auf dem Land (Mach mich vom Acker, welches ungelogen doch auch bei Toctotronic gut aufgehoben wäre) und Dingen,
die sie im Alltag erleben und die ihr Leben einfach durch Vorhandensein beeinflussen.

Neue Einflüsse gibt es natürlich auch, neue Unterstützung, neuer Chorgesang.
Nach vorn preschende Gitarrenfluchten in der miesen kleinen Winterstadt, die kein warm kann und für Höhergestellte sparen muss. Das ist teilweise heavy.
Dann gibt es fein portionsweise in appetitlichen Häppchen angerichtet gar Sixties-Beats und soulige Momente.
Wobei.. Das ist eben nur in gewisser Weise neu, weil vielleicht durchdachter eingesetzt.
Insgesamt klingt das Album anders und schön und schräg und freilich müssen wir auf die gewohnten STERNE-typischen Momente verzichten, an die wir uns auf ihren vergangenen neun Alben so gewöhnt hatten. Wenngleich sie diesmal gern den Psychohammer herausholen und im Sprech(gesangs)vortrag (wie in Der Bär) kleine Versatzstückchen klanglicher Natur (Pling-Pling-Pling-Plong) aneinanderfügen, in Gedanken an in der Vergangenheit wichtige Beziehungen hängend mit der Frage im Kopf, ob man selbst zuviele Momente der Zeit mit Grübeleien verschwendet die sich letztendlich nicht lohnen.

Ich bin was ich bin ich bin es gern

Sie kommen wieder. Wenn wir wollen. Und sie kommen auch wieder, wenn wir nicht wollen (Hirnfick).
So müssen wir uns keine Sorgen machen, diese Flucht wird kaum eine endgültige sein, nur ein kleines Stückchen Glück für Zwischendurch.

stern

Wo Soll Ich Hin Gehen
Drei Akkorde
Ihr Wollt Mich Töten
Menschenverachtendverliebt
Innenstadt Illusionen
Flucht In Die Flucht
Hirnfick
Mach Mich Vom Acker
Miese Kleine Winterstadt
Der Bär
Mein Sonnenschirm Umspannt Die Welt
Wie Groß Ist Der Schaden Bei Dir

° ° °

81/100

1 Comment

  1. morgen in meinem Briefkasten. Bin mächtig gespannt….

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