Zwischen den Zeilen. Den Tönen. Der Musik.
Ein gewaltiges, undurchdringliches Werk mit vielschichtig arrangierten Songs, die einer gewissen Traurigkeit nie ganz davonschleichen können. Die voller Gefühle stecken scheinen und die Dich elektrisiert ins Innere ihres Labyrinths führen möchten.

SEEKAE

wandeln zwischen Genres, mißachten Grenzen und bauen Soundmauern um sich herum.

Auf ihrem dritten Album steuert Drummer Alex Cameron das Trio durch die stromschnellen Fluten, elektronische Bleeps und synthetische Spielereien versuchen, den Weg zu weisen, bleiben oftmals stecken und lassen uns in halliger Atmosphäre durch einen Sound waten, dem man sich nur schwer entziehen kann, der aber viele Wege und Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt.

Sind es einerseits 80ger Klänge, andererseits hoffnungsfroh durchsetzte brandaktuelle Songs und Lieder, bei denen man immer auf ein großes Happening wartet. Kummervolle Sorgenfalten auf den Gesichtern, in Erwartung der Entleerung der am Firmament festsitzenden fetten Regenwolken, die jeden Moment damit loslegen könnten, die gesammelten Wassermengen auf uns herunterprasseln zu lassen.
Aber weder der letztendliche Knall folgt, noch kann sich die Entspannung durchsetzen.
Genausogut könnte man versuchen, sich zum Schlafen auf einer Rolltreppe bequem niederzulegen. Entweder, man quetscht sich bös die Finger, der Schlafsack wird ins unter den Stufen liegende Getriebe gezogen oder der nachfolgende Passant stolpert fluchend über uns und hinterlässt den Abdruck seiner schmutzstarrenden Schuhe in unserem fragenverlorenen Gesicht.

Nun ist die Platte mit dem Titel
The Worry
sicher nicht vordergründig darauf aus, Entspannung herbei zu führen und wohlige Schauer hervorzurufen.
Eher wird hier eine Bindung zwischen dem Hörer und den Songs der Band geschaffen, die wie ein unsichtbar gespanntes
Netz über uns geworfen wird.

2007 im australischen Sydney von Alex Cameron und George Nicholas und dem Engländer John Hassell gegründet, haben sich die Drei mit ihren fernab der allgemeinen Hörgewohnheit eingenisteten Sounds schnell einen Namen gemacht und nun in den letzten Monaten intensiv an ihrer neuen Scheibe gearbeitet um ein letztendlich durchdachtes und bis in die verwinkelsten Klangecken ausgefeiltes Werk präsentieren zu können.

Ihre zur Schau gestellte unterkühlte synthetische Ambivalenz, die sich im orchesterunterlegten Monster manifestiert, steht im Widerspruch zu ihren schmerzlich schönen minimalistischen und intimen Klängen, die sich durch das von David Wrench (der unter anderem für Bat For Lashes und Caribou schon klaren Akzente setzen konnte) abgemischte Album ziehen.

Die erste Auskopplung Another wurde bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht und in ihrer australischen Heimat, in der auch das Vorgängeralbum +Dome und ihr Debüt The Sounds of Trees Falling on People zu wahren Begeisterungsstürmen seitens der Presse und ihrer Fans aufgenommen. Ein mantragleiches Melodiekapitel mit Tiefgang, nicht leicht zugänglich und ganz schwer aus dem Kopf zu bekommen.

So sind

SEEKAE

mal wieder auf einem für sie neuen Weg, den sie mit Hingabe gehen und für den sie sich nicht gänzlich neu erfinden, aber neue bereichernde Elemente ihrem bislang vertrauten Klangbild hinzufügen.

see

 

 

90/100

 

 

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