Diesmal, mein Herz, diesmal kommst Du mit. Weit ist der Weg aber so richtig schön ist es mit Dir, nur mit Dir.
Am Ziel dann schenkst Du mir einen Ofen aus Glas und wir legen uns hinein, an diesem Sonntag im April.
Vor mir ein weißes Blatt Papier, am Fenster fliegt im Herbstwind eine Kuh vorbei, um sie zu sehen, musst Du jetzt springen, wir sind vier Stunden vor Elbe und bald, ganz bald in Delmenhorst.
Wieso soll ich dann noch aufstehen und aufs Klo gehen, wenn Du nicht da bist und mich alles immer nur an Dich erinnert?
Michaela sagt, am Ende rette ich mich vor mir selber, trotzdem, ich bitte Dich, Dich, Dich: Mach das Licht aus, wenn der Winter kommt.

Wenn alles zu spät ist, wenn Du nicht da bist, dann nehme ich für mich in meinen Gedanken die Straßenbahn des Todes, denn ich weiß, die letzte U-Bahn geht heute später und das wäre nicht rechtzeitig.
Und ich denke an die Zeit ohne Dich, damals hinterm Mond, über Nacht, ganz leicht, halte ich den Kopf aus dem Fenster.
Die Gedanken machen mich krank und das ist nicht gut, no god anymore.
Ich fühle mich allein, ohne Dich, gefühlt alle vier Minuten muss ich mich übergeben, zumindest war das mein Gefühl, weißt Du, letzten Endes hat es sich nicht gelohnt, da wo ich war und Du mich nie besuchen kamst.

Komm schon, denke ich, warte auf mich, so wie Du aussiehst in diesem Blaulicht, diesem Zwielicht. Seit der Himmel in mondlosen Nächten über uns hereinbrach sehen wir, getrennt oder gemeinsam, verliebt und doch einsam, hinter allen dunklen Wolken dieselben Sterne.

Michaela, Du erinnerst Dich sicher an sie, Michaela sagt, Something was wrong, ich fühlte mich gut und gleichzeitig war ich allein, immerzu und in der Nacht und auch wenn der Morgen graut und konnte Dich zwischen all den schönen Rosen nie vergessen.

° ° °

 So könnte man fragen: Alles wie immer? Und die Antwort wäre ein Ja, natürlich, was erwartest Du denn?
Ebenso gut wäre die Antwort: Nicht ganz, es ist verspielter, frischer, freier.
Die Instrumente galoppieren ungezwungener, nehmen sich Freiraum, klingen verspielt und fröhlich inmitten zart sprießender Melancholie. Trompeten trompeten mittendrin und querbeet, Sven Regener tönt wie gewohnt und geliebt und reimt und reimt nicht, verzapft gradlinig verrückte und wunderbare Lyrik, nölt und sehnsüchtelt, vertont Gefühl und Gedanken und Schmerz und noch einmal diese Sehnsucht und diese Heimlichkeiten, berührt ganz tief drinnen und führt uns die Wichtigkeit von Alltäglichkeiten und Belanglosigkeiten in einmalig knuddeliger Manier vor Augen.

Die Sterne leuchten heller mit

Element Of Crime.

Wie immer.eoc

Am Morgen danach
Lieblingsfarben und Tiere
Schade dass ich das nicht war
Rette mich (vor mir selber)
Liebe ist kälter als der Tod
Schwert, Schild und Fahrrad
Immer so weiter
Dunkle Wolke
Dieselben Sterne
Wenn der Wolf schläft müssen alle Schafe ruhen

° ° °

 96/100

Ein Kommentar zu „Tiere und Wölfe, Wolken und Sterne: ELEMENT OF CRIME – Lieblingsfarben Und Tiere

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