Anderswelt: MAXIMILIAN HECKER – Spellbound Scenes Of My Cure

Oh, entrücktes Jauchzen, verzücktes Seufzen ob dieser neuen Platte des Ausnahmemenschen

MAXIMILIAN HECKER,

der uns alle Jahre wieder mit neuen schönen und mehr als schönen edelrosigen Popsongs beliefert, die nicht zum mitgröhlen und wippen geeignet sind sondern eher als traumhafte Untermalung eines Dahingleitens aus
dem eisigen kalten Alltag.

Es ist schön, wenn es Dinge gibt, auf die man sich verlassen kann.
Wie ein neues Album von

MAXIMILIAN HECKER,

der es erwartungsgemäß auch auf

Spellbound Scenes Of My Cure

wieder schnell schafft, mich um seine eleganten Finger zu wickeln und eintauchen zu lassen in eine Anderswelt, die neben der Realität liegt und dort in Frieden zu existieren scheint.

Entrückt und fernab der Hetze und Eile, die einen so (zu) häufig gar nicht zum Luftholen kommen lässt, kommen hier die perligen Klänge, mit knotiger Stimme und entspannter Atmosphäre.

Es liegt eine Schönheit in seinen Songs, die sich nur schwer beschreiben lässt, die offenbar auch nicht jedem zugänglich scheint, nicht umsonst ist der Künstler hierzulande eher in kleinen Gebäuden unterwegs während er im asiatischen Raum an einen Kultstatus angelangt ist, der geradezu unwirklich erscheint.

Diesmal scheint trotz gleichbleibend herzzerreißend anmutigen und schönen Popsongs einiges verändert. Der immer zurückhaltend auftretende und schüchtern wirkende Musiker wirkt schutzloser und dennoch unantastbar, selbstsicherer, direkter. Die hier vertretenen Lieder wirken nicht minder zerbrechlich wie ehedem, besitzen aber eine wundersame Ausstrahlung und fesseln, sie ziehen unnachgiebig an der Gefühlsdecke, wie eine Nacht mit einer vertrauten und dennoch fremden Person unter der Bettdecke, wenn mal ein Knie, mal ein Fuß und mal die Schulter hervorlugt und der Kälte von Außen schutzlos ausgeliefert ist, will man doch den Schlaf des/der Liebsten nicht unterbrechen.

Und doch: am Ende werde ich euch doch immer wieder verlassen. Ich weine, hülle mich in eine Tränenhülle, vergrabe mich und kann doch nicht anders.

I’ll Deceive You, I Will Leave You.

Geschichten, die das Leben diktiert.
Eine Flucht aus Berlin, das Gefühl, eine seelische Korrespondenzvermutung, der Weg nach Kopenhagen. Ein billiges Hotel, unerreichbar, Abstand zur persönlichen Gefühlswelt schaffen.

Zu jedem der Songs auf seinem neuen Album gibt es ein kleines, mehr oder weniger dunkles, persönliches Filmchen.
Man sieht nicht viel und blickt doch tief.

spellbound_scenes_of_my_cure_films

Ein überzeugendes, eigenwilliges und wildromantisches Album mit eigener Geschichte,
zum Eintauchen und festhalten.
Ein in jedweder Hinsicht guter Start.

maxi
To Liu Wen, The Opposite House, 3 a.m.
Love Hotel Hill
Gangnam Misery
Partyworld
Pearly River Gates
Battery Park
Aoyama’s Glow
Hennigsdorf
Kastrup

° ° °

maximilian-hecker

93/100

Live:
14.1. Baienfurt, Hoftheater
15.1. Frankfurt, Brotfabrik
16.1. Kassel, Schlachthof
17.1. Wolfsburg, Hallenbad
18.1. Eisenach, Schlachthof
20.1. Dresden, Societaetstheater
21.1. Leipzig, Werk 222.1. Berlin, Privatclub
23.1. Hannover, Faust
24.1. Köln, Subway
25.1. Essen, Zeche Carl
30.1. Hamburg, Nochtspeicher

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