Kleinigkeiten, Ach und großer Zauber: PRAG – Kein Abschied

pragabschied.(photo & allrights: PRAG)
° ° °

Weit, weit oben liegt sie, die eigenhändig in die Höhe bugsierte Latte.
Ach und Seufz, wenn doch die Seele nur nicht so schwer wär.

Gut, dass sie es ist.
Denn ohne schwere Seele und das oft verwirrende Leben an sich wären

PRAG

nicht

PRAG

und würden ihre Gedankenspiele weder lyrifizieren noch vertonen und das wäre sehr bedauerlich. Entsprechend dankbar sind wir nun für die aus den Gehirnwindungen unserer drei Freunde und ihren musikalischen BegleiterInnen entfleuchten Ideen, Metaphern, Behutsam- und Bedeutsamkeiten.

Waren es auf ihrer Premiere noch der Einkauf und Sophie Marceau, begegnen wir uns nun in ähnlichen Situationen in neuer Umgebung,
gewohnt und aneinander gewöhnt aber noch nicht so richtig eingelebt,
und immer noch verliebt.
Ähnlich eines an beginnender Demenz leidenden Diamanthochzeitspärchens, händchenhaltend und eventuell mit Gehwagen,
in jedem Fall aber mit leuchtenden Augen im Regen stehend, kein Woher kennend, kein Wohin, kein Warum.
Wertvolle Kleinigkeiten, liebevoll, begleitend, beobachtend.

„Wenn Du heut‘ ‚was Schönes kochst, dann leider nur für Dich allein,
..wer weint bitterlich und macht mit Tränen Deinen Mantel nass und Ach.“

(Was Fällt Dir Eigentlich Ein)

Genau. Genau so ist es.
Die Momente der Einsamkeit, der vermissten Zweisamkeit, die Suche nach dem Gefühl der Geborgenheit, nach Nähe, ganz dicht.

Liebeslieder einmal anders und wieder anders.
Mit Hintersinn. Mit Humor. Mit irren Windungen und Wendungen.

„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie anders dieser Ort wär, vielleicht ja gar sehr ähnlich, vielleicht jedoch auch nicht..
ganz aus Versehen, wäre das hier niemals geschehen..“
(Aus Versehen“)

Scheinbar belanglose Banalitäten, vertont und vertextet, wertvoll gemacht, festgehalten.

Man hat das Gefühl,

PRAG

liest uns vor aus geheimnisvollen privaten Tagebüchern, aus längst vergangener Zeit, übertragen sie Vergessenes in die Jetztzeit, schildern Tagesabläufe und Gedankenverzwirbelungen.

Natürlich bleiben sie sich – dankenswerterweise – mit ihrem neuen Album
Kein Abschied
selber treu.
Ähnlichkeiten mit ihrer Premiere blitzen auf und blinken rechts, man fährt kurz raus in die Erinnerung,
biegt ab und findet sich wieder an einem doch gänzlich unbekannten Ort.

Kleinigkeiten, unsagbar, übersehen, nebensächlich, werden auf die große Bühne getragen, ummantelt von jahreszeitumfassenden Lyrics und Gefühlen,
mit Kitsch aber nie klebrig süß, mit Pomp, mit Orchester, mit Bögen.

„Wenn sie wiederkommen dann nur um kurz zu triumphieren.“
(Dieser Himmel
)

Mit Streichelinstrumenten.
Zum Liebhaben.
Aber Hallo.

prag

Nur Die Seele
Dieser Himmel
Film Noir
All Die Narben
Der Dunkle Weg
Aus Versehen
Kein Abschied
Halt Die Luft An
Sie Da Nicht Hin
Spaziergängerin
Was Fällt Dir Eigentlich Ein
Das Letzte Haus

° ° °

prag-music

93/100

Live:
10.3. Hamburg, Kampnagel

11.3. Köln, Kulturkirche
12.3. Essen, Weststadthalle
18.3. Dresden, Scheune
19.3. Leipzig, Werk 2
20.3. Cottbus, Glad-House
26.3. Wien, Theater Akzent
27.3. München, Strom
28.3. Zug
30.3. Berlin, C-Club

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