Wohl und Wehe: MARMOZETS – The Weird And Wonderful Marmozets

Nun, zuerst mal kreischt hier in einer Mischung aus Aufgekratztheit und Lärm eine Sängerin, die mit ihrer Stimme die Stücke führt und nicht ausschließlich die begleitende oder die Schreifunktion innehat.

Das Album
The Weird And Wonderful Marmozets
beginnt mit einer crazy schrägen Orgie für die Ohren.

Auch in der vorab als Single ausgekoppelten Why Do You Hate Me wird es nicht weniger auf- und anregend. Sie klingt wie kurz vor dem Würgeorgasmus, ein Knurren, ein Gurren, eine Stimme die Kreide gefressen hat, die Gute, als wäre ihr diese Anstrengung Becca MacIntyre eine Freude.
Die Band quietscht munter vor sich hin und es geht alles sehr schnell.

In Captivate You kommt man erstmals ein wenig zum Durchatmen, wenngleich das alles andere ist als die Ruhe nach dem Sturm, eher ein melodiös verspieltes Teilchen, das viel besser ins Radio passt als die Eröffnungsstücke dieser Scheibe. Hier aber eine Melodie, Druck, ein Refrain mit „Tonight Tonight Tonight“, dann ein heftiges Zwischengeplänkel, das macht sich nicht schlecht, denke ich.

Is It Horrible.. und man merkt deutlicher, wohin die Reise der

MARMOZETS

gehen soll.
Wir haben hier eine ein wenig gegen den Strom schwimmende junge Band, die aber genau in die Reihe der Airplay-Hype-Bands, die es gern etwas wilder mögen, passt. Nicht umsonst ist die in ihrer Heimat bereits im letzten Herbst veröffentlichte Platte unter den Top 20 der britischen Chartnotierungen zu finden.

Irgendwo in der Zwischenwelt zwischen Metal-Grunge mit Liebe zu wohligen Tönen oder Postrock-Band mit Wildheitsattitüde finden sich die Kompositionen zwischen I Wanna Be A Star und It’s Cool To Be Weird.
Nicht umsonst heißt die Scheibe so wie sie heißt.

So kann man sich entscheiden, entweder man mag es oder man mag es nicht oder man könnte es mögen, traut sich aber nicht. Oder oder.
Etwas unentschlossen wirkt das Ganze und nicht frei von selbst auferlegten Regeln, im Nirvana inmitten von wir möchten gemocht werden und Ätsch wir zeigens Euch.

So bleibt: Ein bisweilen disharmonisches, bisweilen eingängiges und trotzdem in sich unausgegoren scheinendes Werk von jungen Musikern, die ihren Weg nicht genau kennen, ihn aber trotzdem freudestrahlend beschreiten.
Wohl bekomms.

marmo

Born Young And Free
Why Do You Hate Me?
Captivate You
Is It Horrible
Cover Up
Particle
Cry
Weird And Wonderful
Vibetech
Love You Good
Move Shake Hide
Back To You

° ° °



61/100

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