In dunkler Magie: LAST HARBOUR – Caul

lastband
(photo & allrights: LAST HARBOUR / Andrew Brooks / deathrattlepress)

K. Craig, Gina Murphy, James Youngjohns, David Armes, Michael Doward, Howard Jones

 

Oh, Du Gothic-Heart, ich hör Dich schlagen.
Bumm. Bumm. Bumm-Bumm.
Laut und deutlich.

Nachdem die Manchester-Band

LAST HARBOUR

ihre ersten beiden Alben in Zusammenarbeit mit Produzent Richard Formby (Wild Beasts, Spacemen 3) zusammenarbeiten haben sie sich 2013 entschieden, ein eigenes Studio zu kreieren.
In diesem entstand das neue Album
Caul
im Zeitraum von 2013-2014 und zeugt von ihrer intensiven Auseinandersetzung mit ihren Ideen und dem Arbeiten an Details und Ausarbeitungen der neuen Songs in ihrer intimen Abgeschiedenheit.

Ganz zu Beginn hören wir in der instrumentalen Einleitung Feint fast so etwas wie eine
kurze Einleitung zu Citys ‚Am Fenster‘, das sollte aber den weiteren Ablauf nicht stören.

Die Band nimmt uns mit in ihre monumentale Pop-Düsternis, angesiedelt zwischen
Sisters Of Mercy, And Also The Trees und Nick Cave.

Ein Schelm, wer bei Before The Ritual im Hinterstübchen ‚Enola Gay‘ von OMD im Innenohr vorbeiziehen hört.

In der Ruhe liegt die Kraft, einmal mehr. Eine Wanderung in die Seele.
Fernweh, Sehnsucht, Romantik – ein herzergreifendes Werk, inbrünstig und verstörend in seiner Kompaktheit, den fließenden dunklen Gitarren und dem Gesang von K. Cairn, der entrückt wirkt im einen, gefühlvoll und flehend im nächsten Moment.

In all seiner Traurigkeit und Melancholie, die (wie im ersten Teil von A Horse Without A Rider Tindersticks-Intimitäten mündet) bleibt stets genügend Spielraum für Überraschungen, ein fast frohgelaunter Background oder eine Pedal-Steel-Gitarre (im gleichen Stück), verspielte Synthieeinlagen fügt der Platte eine buntere und einladendere Farbpalette hinzu.

Tiefgründige Streicher führen uns hinab zu The Deal.
Ein langsames Schreiten, dem Abgrund entgegen. Dann, ein Break – und statt der erwarteten Düsternis ein spannungsdurchzogener, sich langsam aufbauender Song, schleichend und krabbelnd, mit sich erweiternder Songstruktur und hinzustoßenden Instrumenten, man spürt quasi den Sturm aufziehen und fiebert seinem Ausbruch entgegen.

Man kann stundenlang in den Himmel von

LAST HARBOUR

schauen, ein magisches Erlebnis voll unvorhersehbarer Momente.

last

Feint
Fracture / Fragment
Guitar Neck
Before The Ritual
Horse Without A Rider
The Deal
The Pressure
The Promise

° ° °

lastharbour

91/100

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