Die Entdeckung der Unbeschreiblichkeit: THE WHITE BIRCH – The Weight Of Spring

The White Birch 01 ((c) Ellen Dorrit Petersen)
(photo & allrights: THE WHITE BIRCH / glitterhouse / Ellen Dorrit Petersen)

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Ein Wind weht leise über das Feld, die Bewegung der Blätter, wellenförmig, im sanft erwachenden Licht des neuen Tages weht die Gardine, die Augen verschlafen, noch im Traum die Gedanken gefangen, eine Ordnung wird gesucht, noch nicht gefunden. Die Zeit schleicht voran, unaufhaltsam, eine Bewegung, ein Hauch, ein Duft, ein Ton. Es kriecht eine heimelige Gänsehaut unter der Decke herum und findet Dich.
Wohlig und leicht. Du öffnest die Augen. Es beginnt.

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Kein Ton zuviel.

THE WHITE BIRCH

die als Band vor etlichen Jahren mit stiller, leiser und atmosphärisch dichter Musik zu begeistern wußten und eine kleine aber dafür vollkommen begeisterte Anhängerschar hinter sich versammeln konnte, veröffentlichen nach neun Jahren nun mit
The Weight Of Spring
ein Album mit neuen Songs, die ausgereift und intensiv daherkommen und Spuren hinterlassen, fein und zart wie ein Rehkitz im frisch gefallenen Schnee.

Mittlerweile vom Trio zum Einmannprojekt geschrumpft, überrollt uns Ola Fløttum mit einer unfaßbaren Stille, einer greifbaren Einsamkeit, einer wundersamen Schönheit, heilsam in seiner Stille und ganz nah dran.

Es klingt auf diesem Album alles selbstverständlich, so wie es eben sein muss. Als gäbe es keine andere Möglichkeit, seine Gefühle genau so zu vertonen, kehrt Fössum sein Innerstes nach Außen und lässt uns Einblicke gewähren, die in seiner Intensität und dem stillen Orkan nahe gehen und zu Tränen rühren.

Solid Dirt erzählt mit traurigen Streichern und zartfühlendem zweistimmigen Gesang die Geschichte einer Kindheit, dem Aufwachsen, dem Schmerz im Herzen, der Ungewißheit, die durch das Heranwachsen und Älterwerden entstehen.

Lamentation, in Langsamkeit mit Pianountermalung, nimmt Deine Hand und verbreitet seine Sogwirkung langsam, zart aber unerbittlich.

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Love will never change the morning sun, love will never change the way the darkness runs.
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Das Leben hat seine Spuren hinterlassen, auch bei Ola Fløttum.
The Weight Of Spring
kommt mit einer intensiven, einer nahezu ernsthaften Sanftheit, gefüllt mit Momenten voller Einsamkeit und dennoch voller Leichtigkeit daher.

Wie das Unbeschreibliche beschreiben?
Hören. Und entdecken.
Ein grandioses Werk und schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres.

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whiteb

New York
The Fall
Solid Dirt
  Lamentation
  Winter Bride
  The Weight of Spring
  The Hours
  Lantern
  Love, Lay Me Blind
  Lay Me by the Shore
  Mother
  Spring

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glitterhouse

98/100

2 Comments

  1. muss auch endlich mal in diese kapelle reinhören. die müsterchen hier klingen grossartig.

  2. Yo, habs mir am Samstag angehört, schöne Platte, da gibt’s nix zu knurren…
    Viele Grüße,
    Gerhard

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