Fluchtversuche: LOWER DENS – Escape From Evil [VÖ: 27./31.3.]

Das Böse ist immer und überall.
Es lauert hinter der Ecke und unter Umständen in der nächsten Single.
Der Teufel steckt im Detail.
Und darin liegt im vorliegenden Fall ein kleines Problem.

Die

LOWER DENS

beginnen ihre neue Platte eigentlich erst mit dem dritten Stück. Und ab dort denkt man irgendwie darüber nach, in wie weit hier die Dutch Uncles, Clap Your Hands Say Yeah oder die Talking Heads als entfernte Verwandte für Einflüsse in ihrer Musik auf
Escape From Evil
hergehalten haben.

Weg vom Bösen, ja, natürlich. Niemand hat gern eine unbestimmte Angst im Nacken, die Ungewissheit.
Jana Hunter und ihre Schergen schlagen sich hier mehr schlecht als recht durch das Gestrüpp ihres eigenen Anspruchs, man hat das Gefühl, oft verzagen sie und halten Inne, wo doch ein einfach mal draufhauen ihrem Sound besser getan hätte.

Textlich, das alte Lied, die alte Leier, kurz schludrig überpinselt. Die Liebe, die Liebe, die Gefühle, die Liebe, Trennung und Liebe. Auch in der ersten Singleauskopplung, To Die In L.A. geht es um natürlich eben jenes Schreckgespenst der Menschheit, warum ausgerechnet L.A. als Austragungsort gewählt wurde entzieht sich hier meiner Aufmerksamkeit.

Klassisch und blumig und wohlgelaunt trifft Jana trotz kleiner Holprigkeiten den Ton der Zeit und verpasst und eine folkige Pop-Watschn nach der anderen und hüllt uns ein in pastellige Songs, die nicht wehtun aber auch leider nicht großartig aufhorchen lassen.
Der Opener Sucker’s Shangri-La macht einen schleppenden Anfang und zieht sich ohne im Ohr hängen zu bleiben, das folgende Ondine macht schon etwas mehr her, kommt aber auch nicht richtig aus den Startblöcken, die kieksende Stimme der Frontfrau macht noch keinen Sommer. Oder den Braten nicht fett.
Es gibt dann im Folgenden noch genügend spannendere Songs, warum der Anfang dermaßen zurückhaltend ausfällt kann ich nicht nachvollziehen.

Mit Quo Vadis verschachtelter Melodie wird eine Spannung greifbar, die auch in den folgenden Songs recht gut aufrecht gehalten werden kann, Your Heart Still Beating oder das kommende Electric Current könnten aus der Feder von The Organ stammen. Feine Sache.

Insgesamt bleibt aber etwas zu wenig hängen, die durchgehende Fesselung bleibt auf der Strecke, es läuft vorbei und verliert sich.
Dennoch, ein nettes und ansatzweise schickes Stück Musik, das als Soundtrack für die anstehende Gartenarbeit sicher gute Dienste verrichten wird.

12inch_recordjacket

Sucker’s Shangri-La
Ondine
To Die In L.A.
Quo Vadis
Your Heart Still Beating
Electric Current
I Am The Earth
Non Grata
Company
Societe Anonyme

° ° °

lowerdens

73/100

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