Mein Herz, mein Schmerz, ich teile gern: VILLAGERS – Darling Arithmetic

Villagersba(photo & allrights: VILLAGERS / domino)

° ° °

 Conor O’Brien ist ein heller Kopf und ein sympathisches umtriebiges Kerlchen.
Jedesmal, wenn in meinen MP3’s herumwühle und den Buchstaben ‚V‚ anklicke, dann neben den Veils auch die

VILLAGERS

sehe und deren drei Alben zur Auswahl stehen, wenn ich dann kurz zögere und mich nicht recht entscheiden kann, nach welchem Werke mir nun zumute ist, bekomme ich ein leichtes Lächeln im Gesicht, die Gedanken werden sonnig und sogleich fröhlicher.
Weil jedes Album ist auf seine eigene Art unvergleichlich und schön und ohne Abstriche durchgängig hörbar.
Das kann man nicht von vielen Bands sagen, hier trifft es aus meiner Perspektive aber durchaus zu, auch die neue Platte
Darling Arithmetic
macht da keinen Aussetzer.

It Took A Little Time To Get Where I Wanted,
It Took A Little Time To Get Free,
It Took A Little Time To Be Honest,
It Took A Little Time To Be Me
Courage

Ruhig geht es zu im Lande der

VILLAGERS.

Ein Mann, eine Gitarre, der Hauch eines Schlagzeugs, vereinzelte, seltene Keyboardsprengsel, die unvergleichlich nahe gehende Stimme, ein Piano. Mehr nicht oder nicht mehr viel anderes umkreist uns auf der aktuellen Veröffentlichung. Das macht nichts, das macht gar nichts, stört niemanden, im Gegenteil, man ist schon gleich zu Beginn wieder gefangen und fühlt sich geborgen und wohl.

Komm, du lieber Mut, Du besonderes Gefühl, Du machst es möglich aber es ist nicht so leicht, Dich aufzubringen und entsprechend zu handeln.
Thematisch geht es nicht nur um den Mut, der einem unter Umständen einmal fehlt, es geht um Beziehungen und das Verschwinden von Vertrautheit, vom Beginn des Endes, um die Liebe, l’Amour, dieses schräge unschlagbare Gefühl, von niemandem jemals verstanden und doch lebensbestimmend, undurchsichtig und verworren und doch immer großartig.

 In der gewohnten Kombination aus wohlgefeiltem Songwriting, Folkmelodien und Bombast hätte es weiter gehen können. Hier jedoch, auf dem dritten Album wurde bewußt weggelassen. Kein Bombast, keine synthetisch angetriebenen Melodien. Im Norden seiner Heimat Dublin, in Malahide in einem umgebauten Bauernhaus aufgenommen, zieht sich hier die Stille und Bedächtigkeit wie ein roter Faden durchs (leider mit nicht einmal 37 Minuten viel zu kurze) Album und hinterlässt ein leichtes Sausen im Kopf, ein Summen, ein Windhauch. Mehr Intimität und noch ein wenig näher dran am Künstler selbst, an seinen Geschichten und Gedanken, sei es nun die gleichgeschlechtliche Liebe, die keine Chance sieht oder die Hingabe bishin zur Selbstaufgabe, wir erleben eine nicht immer fröhliche aber stets ernst zu nehmende Begegnung, die eine Bewegung verinnerlicht hat, die Emotionen offenbart, Emotionen, die nicht die Chance bekommen, sich zu verkrümeln und zu verkriechen sondern in ihrer Komplexität gegriffen und in einen musikalischen Versuch verwandelt werden bei dem vor Problemen nicht halt gemacht wird sondern frei nach dem Motto: Lass uns drüber reden ein wunderschönes Liebes(erklärungsversuchs)lied nach dem anderen aufgetischt wird.

I’d been a bit disappointed in myself for hiding behind metaphors.

Es wird viel passieren.

 

villagers

Courage
Everything I Am Is Yours
Dawning On Me
Hot Scary Summer
The Soul Serene
Darling Arithmetic
Little Bigot
No One To Blame
So Naïve

° ° °

wearevillagers

guthoerenistwichtig.awayland

93/100

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