In Hülle und Fülle: MODEST MOUSE – Strangers To Ourselves

Di-di-dip-di-di-dip-di… Float On….
Hat man das erst einmal wieder gehört, bleibt es im Kopf für mindestens einen Tag.

Ich mag Platten mit bemerkenswert anderen Titeln.
Good News For People Who Love Bad News aus dem Jahr 2004 auf dem der oben erwähnte Titel zu finden und der Band eine breitere Öffentlichkeit bescherte, gehört zweifelsfrei zu den Klassikern dieses Metiers.
Seitdem ist eine geraume Zeit ins Land gegangen und zwischen den Fingern hinweggerieselt wie warmer Sand, nun liegt mir
Strangers To Ourselves
das neue Album von

MODEST MOUSE

vor.

Seit 1993 machen die Kollegen um Isaac Brook nun schon gemeinsam Musik und hat die Zeit nach dem Erscheinen ihrer letzten Scheibe genutzt für Überlegungen, wie es denn weiter gehen soll.
Eine Zeit, in der manch andere Band nach einem Höhenflug bereits aufgehört hat, zu existieren.
Es war kein leichter Weg, den die Entstehungsgeschichte zum neuen Oeuvre hinter sich gebracht hat.

Traut man einschlägigen Medien haben wir hier mit einer Ansammlung von (15) wunderbaren Songs, die zusammengenommen dann aber doch kein Meisterwerk ergeben. Wieso eigentlich?

Nun, wir finden auf der aktuellen Scheibe mal mehr, mal weniger schwungvoll untergebrachte Klänge, die für die Band typisch sind und die man nicht anders erwartet hat.

Es fühlt sich leicht an, geradezu beschwingt, was nach dem 2007er Album We Were Dead Before The Ship Even Sank zu erhoffen, nicht aber unbedingt zu erwarten gewesen ist.

Und trotz des (schmerzlichen?) Abschieds von Mitstreiter und Bassist Eric Judy vor zwei Jahren und dem Ausscheiden von Johnny Marr haben wir es hier mit einem Album zu tun, dass seine erwarteten Stärken aufweist. Ersatz für die Abgänge im Band-Line-Up wurde mit den Multiinstrumentalisten Lisa Molinaro und Russell Higbee gefunden.

Die Vorabsingle lässt einem fast Freudentränen in die Augen schießen, man freut sich als DJ wenn man schon im Vorfeld ahnt, dass hier vermehrt die Tanzbeine geschwungen werden und nach Verklingen von Lampshades On Fire die schweißigen Leiber sich in den Armen liegen.

Spielerische Pianoakkorde, quere Rhythmen und hervorpreschende Gesangslinien waren seit jeher Markenzeichen der Band und auch hier auf ihrem gerade erschienenen Album wieder federführend. So finden wir ein wenig mehr Mainstream und ein wenig mehr Indierock, statt Eigenbrödelei und gegen den Strom-Schwimm-Mentalität.

We’ll make the same mistakes..“

Ernst und nahezu melancholisch verhalten beginnt die neue Fahrt der Band aus Washington mit dem gleichnamigen Titelstück.
The Ground Walks, with Time in a Box
ist bereits jetzt ein Klassiker und gesetzt für die Lieblingssongs des Jahres.

Zu Coyotes wurde die Band inspiriert durch die Pressemeldung von vor einigen Jahren, dass ein Coyote in Portland in einem Reisezug gestiegen ist und einen Ausflug tat. Er konnte sicher etwas erzählen.
Ein schunkeliges Stück Musik, typisch im Style mit der immer durchschimmernden Euphorie und dem Drang, alles zu geben und mit ihren Fans zu teilen.

Das folgende Pups To Dust schwingt bedächtig, man lehnt sich zurück und fühlt sich gut, Ansels schimmernd wogende Drums entführen in calypsoesk-fremde Welten und so schreiten wir voran, entdecken Verstecktes, Verwunschenes und stellen am Ende mit Of Course We Know fest, was wir eh immer wußten:

MODEST MOUSE

können tun was immer sie wollen, schlechte Platten machen können sie nicht.

modest

  Strangers To Ourselves
Lampshades On Fire
 Shit In Your Cut
 Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996)
 Ansel
 The Ground Walks, With Time In A Box
 Coyotes
 Pups To Dust
 Sugar Boats
  Wicked Campaign
  Be Brave
  God Is An Indian And You’re An Asshole
  The Tortoise And The Tourist
  The Best Room
Of Course We Know

° ° °

 

modestmouse

 91/100

 Live:
30.6. Berlin, Huxleys

1 Comment

  1. Ja, ja, jaaaaaaaaaa! Ich hab´s leider noch nicht, freue mich aber schon besonders darauf mich in die Lyrics einzuhören – da liefern Modest Mouse schon seit jeher schwallweise Zitate, die in Großbuchstaben an meine Wand gehören.

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