court

(photo & allrights: COURTNEY BARNETT (fb) )

° ° °
Ich kann den Hype um diese Platte nicht verstehen.
Ich kann den Hype um diese Platte nicht verstehen.

Mit der Geburt und dem Heranwachsen des Nachwuchses lernt man eines recht schnell:
Mit Wiederholungen, ständigen Wiederholungen, erzielt man meist ungeahnte Erfolge.
Man muss eine Anordnung einfach nur stetig wiederkäuen. Um dann nach gefühlt dreiundvierzig Ansagen zu erleben,
dass dem Wunsch ohne Widerrede
Folge geleistet wird.
Man muss nicht die Stimme erheben und sauer werden, wenn nicht sofort etwas geschieht,
man muss nur gebetsmühlenartig das Mantra immer und immer wieder aufsagen.

Ich kann den Hype um diese Platte nicht verstehen.

COURTNEY BARNETT

hat vor einigen Tagen mit
Sometimes I Sit And Think And Sometimes I Just Sit
ein Album mit einem verdächtig nach Titel des Jahres klingender Benennung unters Volk gestreut.
Die einschlägigen Medien überschlagen sich vor Begeisterung und dem Hinterherwerfen von Titeln wie „Platte des Monats“, „Platte der Woche“ oder ähnlichem.

Nun, kein Problem, Mädels und Jungs, hier aber von einem Werk zu sprechen, das Grenzen sprengt? Ich weiß ja nicht.

Was haben wir?

„Give Me All Your Money And I’ll Make Some Origami Honey“

Eine liebenswerte Schnodderschnauze, die erzählt und erzählt (und wiederholt und erneut erzählt..) und ihre Instrumente schwingt, die nebenbei auch noch nett anzusehen ist, die ihre Gitarre schreien lässt, draufhaut und losrockt, mit einer Leichtigkeit, einer an Langeweile grenzenden Entspanntheit in der Stimme und einer in manchen Songs aus dem Nichts hervorbrechenden latenten Gereiztheit, die schräg aus dem Ruder läuft.
Steelgitarren brennen in Depreston und wirbeln im Staub in der Sonne, relaxed und traurig.

In Dead Fox wird gerockt und erzählt..
Mit ihrer brüchig elegant und zwischen Faszination und dem Tag nach dem übermäßigen Alkoholkonsum pendelnden Stimme verschafft sie sich ohne spürbare Anstrengung eine dauernde Aufmerksamkeit, man könnte ja melodiöse Ausbrüche ins Singen verpassen.. und schließlich wird man ja auch ab und an
(wie beispielsweise in An Illustration Of Loneliness..) damit belohnt.

Der schwummrige Bass, der sich durch das Album zieht, die Rhythmen, mal offen, mal dramatisch aber meist mit Grunge-Effekt angereichert tut sein übriges: Ein crazy Ding mit spannenden Ausbrüchen, mal rockig mit heruntergelassener Hose, dann wieder zugeknöpft und fast knöchern.

COURTNEY BARNETT

schafft es ein Album zu zimmern, aus dem es kein schnelles Entkommen gibt. So reiht sich dieses Werk ein in die Reihe von Alben, die sich oft und gern der Aufmerksamkeit gewiß sein dürfen und steht da nun neben Laura Marling und Scout Niblett. Dahin paßt sie gut.

Selbst wenn man sich ihrem Reiz nicht umgehend hingeben möchte, es wird dauerhaft nicht gelingen, an ihr vorbei zu hören.

Ich hab’s versucht (mich dem Hype zu entziehen). Geht nicht.

court

Elevator Opeprator
Pedestrian At Best
An Illustraiotn Of Loneliness (Sleepless In New York)
Small Poppies
Depreston
Aqua Profunda!
Dead Fox
Nobody Really Cares If You Don’t Go To The Party
Debbie Downer
Kim’s Caravan
Boxing Day Blues

° ° °

 91/100

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