Waldschrat und Abenteuer: THE LEFT OUTSIDES – The Shape Of Things To Come

leftba

(photo & allrights: THE LEFT OUTSIDES / Andy Martin)

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Außerirdisch.
Die Welt ist nicht groß genug.

Gäbe es Engel und hätten Engel Stimmen, dann könnten sie sich eventuell anhören wie Alison Cotton, die eine Hälfte des Duos

THE LEFT OUTSIDES

auf ihrem neuen Album
The Shape Of Things To Come.

Ihre gezwirbelten Melodiebögen wirken altvertraut, bekannt, fast klassisch. Man wird das Gefühl nicht los, die Songs schon einmal irgendwo in einem ganz anderen, wichtigen Zusammenhang gehört zu haben. Eine passende gedankliche Sortierung kann aber gerade nicht erfolgen, man ist zu sehr mit Ahh.. und Ooooh beschäftigt in den knapp aufeinanderfolgenden klanglichen Eskapaden, in denen uns hier ein Höhepunkt an den nächsten gereiht präsentiert wird.

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Sicher ist das keine Musik, die mit Beats und Dancevibes auf sich aufmerksam macht. Eher ist es eine, die still und leise Zutritt zu Dir erhofft und meist recht vorsichtig ans Törchen klopft. Eher ist es eine, die Fabelwesen auferstehen lässt, als dass sie den Schweißgeruch der leichtbekleideten Discomiez auf der Tanzfläche zu Dir herüberwehen lässt.

Mystisch, mal beschwingt, mal schleichend, immer aber mit einer innewohnenden Faszination für die Besonderheiten, die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen können.
Ein Jauchzen, ein Jammern, ein Wehklagen.

Die Presseinfo spricht von pastoralem psychedelischem Klang und chilligen englischen Sonnenuntergangsimpressionen.

Letzten Endes entführen Allison Cotton und ihr Mann, Mark Nicholas ihre Hörer in eine andere Welt.
Mit leidensgefülltem Streichern, einem schwirrenden Schlagzeug klingen sie wie Trader Horne oder Fairport Convention bei mystischen Parties mit beschwörerisch gemurmelten musikalischen Formeln.

Marching Drums mischen sich unter die schwebenden Geigen und hüpfenden Violinen, dazu die einfühlsamen Stimmen, Tore ins Reich der mystischen Abenteuer werden geöffnet, verlockende Düfte durchziehen die heranwehenden Klänge, ewig locket der verbotene und unentdeckte Pfad weitab des Weges.

Klangliche Ähnlichkeiten (nur am Rande erwähnt) zu Dead Can Dance oder Clannad (Ring Out The Bells) ergehen sich im folkloristischem Ambiente, alles tönt etwas wie Waldschrat trifft frischgebadete Prinzessin, herrlich eigenbrötlerisch und nicht klar einzuordnen, zumal Ausritte (um bei den Phantasieabenteuern zu bleiben) in poppige Gefilde und shoegazige eher gitarrenorientierte Songs (Out Of Time, Out Of Place) ebenfalls einfließen. Diese Momente fordern ein genaueres Hinhören, wirken zunächst fast wie ein kleiner Bruch, fügen sich dann aber doch ins kauzige Gesamtbild ein und runden das Ganze mit erhöhtem Wohlfühlcharakter ab.

An outstanding Fairytale.

left

The Third Light
To Where Your Footsteps Led
Ring Out The Bells
Fallen By The Wayside
Stargazer
Unopend Letters And Unanswered Calls
Through A Keyhole
Always The Last To Know
Deep Rivers Move In Silence, Shallow Brooks Are Noisy
Out Of Time, Out Of Place
You Told Your Secrets To The Sea
Stargazer (Reprise)
The Shape Of Things To Come

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dawnbird.bandcamp

theleftoutsides.bandcamp

soundcloud

94/100

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