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(photo & allrights: FROGBELLY & SYMPHONY / sonic pr)
° ° °

Der Kleine Muck war eine meiner Lieblingsgeschichten. Auf MusiCassette. Nicht wegen der Geschichte sondern wegen der Stimme des Erzählers. Da konnte man drin versinken und jeder Satz ergab eine eigene Vision.
Hans Paetsch heißt der Mann mit der tollen Stimme.

Worauf ich hinauswill:

FROGBELLY & SYMPHONY

erzählen in jedem einzelnen Song eine eigene Geschichte. Kein belanglos dahinplätscherndes Aneinanderreihen von mehr oder minder einfallsloses Liedern, hier werden noch richtige Songs zu bilderreich ausgeschmückten musikalischen Abenteuern, denen man sich nur schwer entziehen kann.

Die Gedanken stoppen ihre Wanderung, man fühlt sich genötigt und bedrängt seine Aufmerksamkeit auf die schlingernden Klänge, deren Ursprung man nicht genau verorten kann, zu lenken, auf dieses Kaleidoskop voller Sounds, wehmütiger Streichinstrumente und wandernden Gitarrensoli. Chaotisierende Wechselbäder, die einem Schauer wohliger Wärme und heranschleichender Gänsehaut zaubern.

Ein intensives Hörerlebnis, mal sanft ziehend, dann wieder fest zupackend.
Zwischen Rockoper und, so schließt sich der Kreis, Märchenonkel mit Einschmeichelfaktor.

Die Songs des neuen Albums der Band, deren Mitglieder aus Brooklyn, New York und Sheffield stammen, entstanden während ausgedehnter Touraktivitäten zwischen 2012 und 2014 in Europa, England und Amerika.

Produziert hat
Blue Bright Ow Sleep
Martin Bisi (Sonic Youth, Swans, Dresden Dolls), der immer genügend Freiräume für Ausflüge in experimentelle Gefilde gelassen hat, die Stücke aber zu einem breitflächigen und überaus intensiven Gesamtergebnis zusammengefügt hat.

Shingle.
Schwebend zwischen folklore und Seefahrerromantik, mit Fernweh angereichert, mit Inchtobokatables-eskem Tomatenfischambiente und gehißtem And Also The Trees-Segel geht die Fahrt voran, schlingernd zwar, stets aber geradeaus und bewegend wie die verspielten Rhythmen und instrumentalen Ausbrüche.

Kabarettgleich in Organism, erzählend, entführend.

Hazyland rockt die Party und rollt alles noch einmal neu auf, quer und crazy, ein wenig durchgeknallt aber durchwegs sympathisch.

Die auch als Video veröffentlichte Auskopplung Before I Die hat das Zeug zum All-Time-Liebling, so ergreifend die tiefgehende Melodie versehen mit traurig-schaurig schönen Lyrics.

Nicht unbedingt für jede Minute und alle Stimmungen geeignet, wenn man sich aber auf

FROGBELLY & SYMPHONY

einlässt wird das Hören zum Erlebnis und ist absolut großartig.

Ein Album für Alle, die das Träumen nicht vergessen haben.

frog Minderbinder
Invite to Eternity
Ride off into the Sunset and Disappear
  Before I Die
Patch of Blue
Cola in Mongolia
  Leyla’s Find
  Shingle
Organism
  Hazyland

° ° °

Verschiedene Songs zum kostenlosen Download gibt es hier:
soundcloud
frogbellyandsymphony

95/100

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