Stiefel aus: PALMA VIOLETS – Danger In The Club

Du stolperst, dich weichknieig fühlend wie einst Butler James, die steile Treppe hinauf über die am Boden liegenden Trophäen in der schlecht beleuchteten ziegelsteingemauerten Einzimmerbutze dieses Mädchens, das Dich grad im Pub unten erobert hat, seien es ehedem duftige Shirts oder halbgeleerte Wassergläser in denen noch der Rotweinrest hängt und verzweifelt Restbukett verbreiten möchte, ein Aschenbecher, dann schließlich, die Matratze. Sie zieht ihre Stiefel aus, mehr schleudert sie sie von ihren Füßen, streift ihre Jeans herunter, nimmt einen Schluck aus einer Flasche und fingert zielsicher nach einer Zigarette während sie Dir in den Nacken greift und Dich küsst.

Es rollt und rockt auf der neuen Scheibe der

PALMA VIOLETS

Nach ihrem Debüt 180 hat es eine geraume Zeit gedauert, bis sie sich mit einer Sammlung neuer Songs bei ihren HörerInnen meldeten.
Die Zeit des Wartens ist nun vorbei und wer auf gutgemachte gradlinige Rockunterhaltung mit Punkattitüde steht, ist hier wieder gut bedient. Aber nicht nur.

Hoch die Tassen könnte man meinen, alles versinkt und versumpft in trunkener Glückseligkeit, doch auch nüchternen Zustands wird die Freude beim Hören
Danger In The Club
nicht getrübt.

Bekannt mittlerweile für ihre wild beherzten Live-Shows die ihnen seinerzeit auch Publicity und ihren Plattenvertrag einbrachte, konnte man gespannt sein ob es ihnen erneut gelingen sollte, diesen Enthusiasmus und die Energie auf Platte zu bannen und in die heimelig hergerichtete Stube zu transportieren. Um dem gewollten Chaos eine gewollte Fasson zu verpassen wurde kurzerhand, man ist ja nun nach dem Hype ums Debütalbum ein etwas größerer Jemand im Business John Leckie an den Produzententisch verpflichtet.

Wir sind jung und haben Spaß, man klingt wie man klang, als Bands wie The Clash oder The Smiths noch existierten und der böse Rock’n’Roll noch meinungsprägend war und überaus gefährlich.

° ° °

I Would Rather Die
I Would Rather Die
I Would Rather Die Than Be In Love
Coming Over To My Place

° ° °

Man fühlt gemeinsam, man spielt gemeinsam, man musiziert gemeinsam. Für den Rest der Welt. Voller Gefühl aber ohne Glücksseligkeit, voll Inbrunst aber ohne Geschrei, voll Inbrunst aber nicht außer Kontrolle.
Hüpfig, wankend, schwankend, gröhlend.
Weil wir wissen, wer wir sind. Weil wir wissen, was wir können, und wir wissen, was Ihr wollt.

Manchmal muss man in hochhackigen Schuhen tanzen und manchmal muss man bei rot vor hupenden Autos über die Straße laufen. Manchmal muss man aus den eigenen Fußstapfen treten und wie in Matador sich selbst neu ausloten, Grenzen neu setzen beziehungsweise die alten auch einmal vergessen.

Diese Jungs wachsen schnell, noch ein paar Mal Regen und wir werden vielleicht erleben, wie groß sie wirklich sein können.

palma

Sweet Violets
Hollywood I Got It
On The Beach
Danger In The Club
Coming Over To My Place
Geronimos Last Stand
The Jacket
Matador
Gout! Gang! Go!
Walking Home
Peter The Gun
No Money Honey
English Tongue

° ° °

roughtraderecords

90/100

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