Plattenkiste: AND ALSO THE TREES – The Millpond Years

1988.
Das ist… ähm.. ganz schön lange her.

AND ALSO THE TREES

sind seit… ganz schön lang immer ganz oben auf meiner Liste, obwohl sie mir, würde mir jemand die unsinnigste Frage der Welt („Was sind denn so Deine Lieblingsbands?“) stellen, wahrscheinlich eher spät einfallen würden.

The Millpond Years
ist eine Platte, die an Intensität kaum zu überbieten ist.

Schon in The Suffering Of The Stream erfahren wir gitarrendurchzogene Finsternis, verträumt, atmosphärisch, tief, bassdominiert und die quälenden Vocals von Simon Huw Jones.
Wie durch dichten Rauch am Hafen, ein ächzender Klang der Schiffsfabriken, der die kleinen fiesen dunklen Tierchen aus ihren Verstecken lockt, ein Tanz im Dunkel des Hafens.

Simple Tom And The Ghost Of Jenny Bailey geht hiernach nahtlos über, es huscht, es dröhnt, hallt.

House Of The Heart ist etwas wie der Überhit des Albums. Eine Gesangslinie, ummantelt mit zuckersüß-deftigem Bass, einer sprinkelnden Gitarre und über allem weht der Wind des Abenteuers. Ein sich öffnen des Sounds mit Bläsern und Streichern in der Mite des Songs, dicht und unvergleichlich.

Die Seefahrerromantik erfährt im kommenden This Ship Is In Trouble einen weiteren Höhepunkt und verstömt aus allen Poren Finsternis und Unheil. Ein wogendes Auf und Ab, ein mysteriöses Kunstwerk, eine Reise ohne Ziel und Wiederkehr.

Auch Count Jeffrey spiegelt die bandtypische fesselnde Stimmung in perfekter Weise wider.

Und noch ein Höhepunkt: Shaletown.
Ein Schiff. Hohe See, vor uns das Meer. Unheilvoll weht das schwarze Segel. Seit Tagen sengende Hitze, das Trinkwasser schmeckt schal, die Vorräte werden knapp..

Der Sandstone Man kommt ein wenig positiver aus seiner Versenkung, zieht sich, zieht sich und uns mit hinein in einen sehnsuchtsvoll vor uns liegenden Abgrund, es gibt Hoffnung, Hoffnung auf Rettung aber der Weg ist steinig, weit und schwer.

Das Titelstück ist ein dramatisches Meisterwerk mit treibendem, hüpfenden Bass, mit einer im Hintergrund schwebenden fast leicht zu nennenden Melodie.

Mit Needle Street wird es erneut mysteriös, mittelalterliche Spindel, es tanzen Feenwesen und springen über Grashalme durchs Unterholz.

L’Unica Strada ist ein krönender Abschluß dieses Werkes, an das die Band mit ihren – ebenfalls oft grandiosen – Nachfolgealben zwar oft nahe herankam, in seiner Kompaktheit und Dichte aber nicht wieder erreichen konnte.

aatt
The Suffering Of The Stream
Simple Tom And The Ghost Of Jenny Bailey
The House Of The Heart
This Ship Is In Trouble
Count Jeffrey
Shaletown
The Sandstone Man
From The Silver Frost
The Millpond Years
Needle Street
L’Unica Strada

° ° °

andalsothetrees

98/100

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