Zukunftskind: PRINCESS CHELSEA – The Great Cybernetic Depression

prince(photo & allrights: PRINCESS CHELSEA / Brad Fafejta)

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Kein Geheimnix: guteshoerenistwichtig ist Fan von quietschigen Kleinmädchenstimmen.

PRINCESS CHELSEA

passt demnach ganz hervorragend ins Beuteschema.
Mit ihrer Vereinigung aus kindlicher Aura und fast abgeklärt wirkendem Erwachsensein.

Die Vorgabe scheint klar, man weicht nicht zu sehr vom Debüt ab, setzt die begonnene Erfolgsgeschichte fort und betrachtet die Welt und die Gefühle, die das Leben schreibt durch eine leicht bonbonfarben getönte Brille.

Mein erster Blogeintrag vor mittlerweile mehr als drei Jahren war das Cigarette Duet von ebenjener Prinzessin.
Einem Video, dass damals kaum jemand wahrgenommen hatte, das inzwischen aber viele Millionenmal (!!) bei youtube angeklickt wurde.

Nicht schlecht, nicht schlecht.
Und obgleich der ihr dadurch zuteil gewordenen Aufmerksamkeit wird

The Great Cybernetic Depression

trotz seiner Kreativität und nicht zu unterschätzenden Charme nicht das nächste Überfliegerteil werden sondern an einer Vielzahl von potentiellen Hörern, die das Cigarette Duet ganz cool fanden, unbemerkt  vorbeigehen. Denn immerhin und glücklicherweise übersieht die Hype-Maschinerie  dann doch den ein oder anderen
richtig heimlich guten Act.

Zu spielerisch (oder verspielt), zu spacig (oder weltfremd), manchem
zu ungewöhnlich (oder gut)?
Man weiß es nicht.

Die hier vorliegende neue Songsammlung ist dabei wirklich ausgesprochen kurzweilig und unterhaltsam.
Dabei spart die neuseeländische Musikerin Chelsea Nikkel die sich hinter

PRINCESS CHELSEA

verbirgt nicht mit bissigen, kritischen und koknfrontierenden Lyrics, wie beispielsweise in No Church On Sunday.
Diese kleinen Bissigkeiten sind bei aller Direktheit immer recht hübsch verpackt in schelmische Disco-Klingeleien und Achtzigerjahre-Ambiente.

Das Album beinhaltet manch hitparadentaugliche Melodie die über zeitgemäße Pop-Chansons hinausgeht, die mit psychedelischem Hintergrundgemauschel vermischt wird und die eine ruhelose und gleichsam einschmeichelnde Wirkung verströmt.

Ihre kleinen Liebesliedchen vermischen immerwährende Hoffnung auf ewiges Glück, wenngleich wie in We Are Very Happy die Realität vermittelt, dass enttäuschte Gefühle und Verletzungen zwar mit der Zeit in Vergessenheit geraten, jedoch immerfortwährend mehr an der Fassade kratzen als man sich eigentlich eingestehen möchte.

Eine widersprüchliche Haltung zu den Errungenschaften des technischen Fortschritt etwa behandelt sie in We Are Strangers, in dem sie liebend gern durch die Abschaltung aller elektronischen Tageshelferleins ihren Partner ein wenig besser kennenlernen möchte.

PRINCESS CHELSEA

pendelt zwischen Synthie-Pop, der keiner ist und mit minimalistisch anmutendem Space-Orchester das mit Katzengekreisch angereichert wurde, begibt sich im Duett mit Jonathan Bree durch honigsüsse Bienennester und verzaubert mit Anmut und Ori-genialität.

In nicht allzu ferner Zukunft wird sich Miss Chelsea sicher wieder in ein zuckersüßes kleines Mädchen verwandeln, dem man keine einzige Bitte abschlagen kann. So leben wir in Hoffnung auf eine uns allen bevorstehende Vergangenheit.

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When The World Turns Grey
 Is It All OK?
 No Church On Sunday
 Too Many People
 We Are Very Happy
 We Were Meant 2 B
 Winston Crying In The Bathroom
 We Are Strangers
 We’re So Lost
 All The Stars

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princesschelsea.lilchiefrecords

stuff.co.nz

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94/100

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