Halbfett: GENGAHR – A Dream Outside

genba

Eine Überraschung jagt die nächste.

GENGAHR

kommen um die Ecke geknallt und hauen uns erstmal kurz die Birne an, nachdem sie wispernd und lockend ihre Zunge nach uns ausstrecken.

Ein furioser Beginn ihres Debüts, der hier mit Dizzy Ghosts über uns hereinbricht.
Wie im Galopp mit Wildpferd unterm Hintern über Hindernisse hüpfend.

Wer nicht auf wie inzwischen fast überall zu findende wispelnde Falsettstimme steht, sollte sich jedoch vor dem Hören fragen, ob er wirklich eine Ausnahme machen möchte. Mitgröhlnummern sucht man hier vergeblich, eher ein mal zupackendes, mal bei der Hand nehmendes und durch die Dunkelheit führendes Sammelsurium kleiner bunter Pillen, deren Wirkung man nicht von Beginn an kennt. Russisch Roulette.
Viele Songs entwickeln sich in eine ungeahnte Richtung und erhöhen damit die Spannung beim Hören.

Die vier Londoner Jungs, die im Frühjahr letzen Jahres auf der Bildfläche erschienen haben sich mit ihrem Erstlingswerk genügend Zeit genommen die sie in die Entwicklung ihrer Songs investierten, Zeit, die man den meisten ihren Melodien anhört. Es ergibt sich ein sommerlich anmutendes Werk, das das Zeug hat, ein Überraschungsding zu werden.

Man hört ihnen gerne zu, nichts belastet und immer wieder hebt man freudig den Kopf um sich erneut auf die Musik zu konzentrieren. Heroine, ein Liebeslied mit knarzigem Refrain hat gleich mehrere dieser Momente zu bieten. Nichts bahnbrechend neues wird uns serviert, es ist die erfrischende Art, in der hier angerichtet wird.

Bathed In Light schleicht heran wie ein Wild Beast-Song, ruhig, fast beschwörend die Rhythmen der Drums, die immer wieder in die Irre führende Stimme von Leadsänger ..  ein Chor, der sich festsetzt.

Dark Star hingegen plätschert gelangweilt herum, ohne von der Stelle zu kommen. Die prägnante Stimme Felix Bushes ist hier nur kurz im Hintergrund zu hören, die calypsoartigen Einsprengsel geben dem Song ein eher unnötiges Urlaubsflair.

Das folgende Embers schwankt.
Ein Rohgerüst von einem Song, funkig pulsend, mit ausufernden Gitarren, psychedelisch herumwandernd, Ziellos.

Powder versucht mit rockigen Gitarren Stimmung zu machen, leider fehlt aber auch hier ein Aufmerksamkeit heischendes und wiedererkennbares Besonderheitsteilchen.

Zum Glück kriegen die Jungspunde (Felix Bushe, Hugh Schulte, John Victor und Danny Ward) gegen Ende des Albums wieder die Kurve, nach ihrer Single Fill My Gums With Blood kommt mit Lonely As A Shark ein zum Mitwippen einladendes Sommerstückchen.

Den Rausschmeißer, das orgelige Trampoline, spielt mit uns, die mit fett Hall unterlegte Stimme entführt in einen herumwandernde Melodie, die geheimnisumwittert Lust auf mehr macht.

So haben hier

GENGAHR
ein nettes Album mit bemerkenswerten und hoffnungsvollen Highlights vorgelegt, dass im Mittelteil leider einige Hänger aufzuweisen hat.
Darauf lässt sich aufbauen.

geng

Dizzy Ghosts
She’s A Witch
Heroine
Bathed In Light
Where I Lie
Dark Star
Embers
Powder
Fill My Gums With Blood
Lonely As A Shark
Trampoline

° ° °

° ° °
gengahr

71/100

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