Es war einmal ein „Hey“: OF MONSTERS AND MEN – Beneath The Skin

Manchmal ist diese neben der Hausarbeit plätschernde Musik genau das, was man braucht.
Man hat das Gefühl, manches geht einfacher, wenn man sich ein wenig berieseln lässt.

Dann aber.. ist doch recht schnell klar, da fehlt etwas.

OF MONSTERS AND MEN

waren für mich vor ihrem Hit Little Talks aus ihrem Debüt My Head Is An Animal der einem 2012 nicht mehr aus den Ohren ging und einem danach aus selbigen durch penetrante Dauerberieselung aller Orten hing eine vielversprechende unbekannte Band mit enormem Potential, sich in meinen Lieblingsbandreigen einzureihen.

Dann ist geschehen, was geschehen musste, man hat die Band und ihre Musik vergessen, vielleicht auch irgendwie verdrängt, weil man ihrer überdrüssig geworden war. Das Album war das Album eines Sommers und klang im Nachhören ein wenig abgestanden und seltsam nicht in die Zeit passend.

Nun sind ein paar Tage ins Land gezogen, die Übersättigung ist durch und ein neues Album der Isländer liegt vor.

Beneath The Skin
kommt auf den ersten Blick frisch daher und verbreitet auf Anhieb gute Laune, lässt man mal das etwas bedrohliche Ungetüm der angedeuteten Beliebigkeit und Austauschbarkeit, die trotz aller Vorsätze noch in den Gedanken kreist außer Acht.

Wolves Without Teeth als Beginn und stellvertretend für die Songs des neuen Werks mit seinen Uh-Uh-Uh-Chören und dem langsam aber stetig voranschreitenten Songaufbau verspricht popppige Klänge mit Gitarren angereichert und einem Refrain, der zunächst Spaß macht.

Gekonnt eingesetzter Wechselgesang mit den ständig begleitenden Handclaps, dem Auf- und Ab zwischen Temporeichen und zurückgenommenen Passagen spielt mit dem Hörer.

Insgesamt klingt das neue Album trotz Ansage der Band, es sei nun alles anders oder gehe gar in eine entgegengesetzte Richtung mit hintergründigeren Songs  nicht sonderlich anders als das Debüt. Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson übertreffen sich auch auf dem neuen Album darin, im Wechselgesang durch die Songs zu schreiten, hier wird keine Möglichkeit für eingehende Gehörgangsbalsamierung ausgelassen, ihre nach außen sichtbare Fröhlichkeit scheint ungebrochen. Organs sticht ein wenig hervor, der Song wirkt nicht komplett auf den Gesang zugeschnitten und es wird ein wenig ab des Mainstream-Weges nach Trüffeln gebuddelt.

Man fragt sich aber, ob und worin sich
Beneath The Skin
tatsächlich vom Vorgänger unterscheidet.
Hier eine passige Antwort zu finden ist nicht leicht. So könnten die neuen Songs auch schon vor drei Jahren auf Platte gebannt worden sein, große Unterschiede sind nur schwer erkennbar.
Reicht einem ein neuer Aufguß der sich immer wiederholenden Ideen und Songstrukturen oder ist einem eine gewisse Kreativität (und eine spürbare Entwicklung) wichtig?

Für Hörer, die Little Talks supergeil fanden und dazu abtanzten bis zum Morgengrauen könnte
Beneath The Skin
eine willkommene Zugabe darstellen.

Wer die kleine versteckte Indie-Band mit Innovation und dem Touch des Außenseiters aus dem hohen Norden sucht, wird nicht fündig werden und erwähnten Zweifel nicht geringer.

 omam

Crystals
Human
Hunger
Wolves Without Teeth
Empire
Slow Life
Organs
Black Water
Thousand Eyes
I Of The Storm
We Sink

 ° ° °

68/100

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..