Zum Glück knapp daneben: METHYL ETHEL – Oh Inhuman Spectacle

methylba
(photo & allrights: METHYL ETHEL / monstermanagement)
° ° °

Manchmal fehlen einem die passenden Worte, die Dinge so zu beschreiben, dass das was man erlebt oder hört entsprechend beim Leser ankommen. Das hin und wieder schon.

METHYL ETHEL.

Was für ein Bandname.
Aus Perth in Australien.
Ihre jüngst erschienene Scheibe mit dem ebenfalls recht auffälligen Titel
Oh Inhuman Spectacle
kommt über Remote Control Records und macht zum Großteil einfach Spaß.

Im Jahr 2013 von Jake Webb mehr als Verwirklichung eigener Homerecordings ins Leben gerufen, bilden mittlerweile er und Chris Wright (Drums) und Thom Stewart (Bass) diese Band, die es schafft, immer einen Ton daneben zu klingen und damit eine ganz besondere Stelle anzusprechen. 

Es blitzen Erinnerungsfetzen auf, man kann sie nicht recht verorten, aber man hat eine Vision. Wie ein akustisches Dejà Vu im positiven Sinne, man erkennt etwas wieder, was man derart noch nie gehört hat, fühlt sich hingezogen und fast behaglich in dieser Melange aus unzusammenhängend wirkenden Rhythmen und Songs.

Auf der Bühne ergänzt eine visuelle Darstellung ihre Show, in diesem Jahr tourten sie als Vorband von San Cisco, unterstützten aber auch schon Courtney Barnett oder Holy Holy.
Ihre Single Rogues gewann 2014 als Vorbote für ihr aktuelles Album die letztjährigen W(est)A(ustralian)M(usic)-Competition im Bereich Pop-Songs Of The Year.

Sie schweben in ihren bildreichen persönlichen Songsphären immer ein wenig über dem Boden, setzen vereinzelt stampfend einen Fuß auf selbigen, weben Soundteppiche und klingen dabei oft geheimnisvoll.
Der Opener Idee Fixe hat mit Hall aus der Gruft und flüsternd intensiven Vocals die Aura eines Tauchers in ozeanischen Tiefen ohne Sauerstoffmaske.

Mit einer Stimme und Sounds, die zwischen Wild Beasts, Cure und Sopor Aeternus schwanken, vermitteln sie Unnahbarkeit, Kühle und gleichzeitig ein Verlangen von Nähe und nach erhöhter Lautstärke.

Mit genügend Power im Ohr werden Shadowboxing und Co. zu Hits für den Abend.

Nach langer Arbeit am Entstehen der auf diesem Album vereinten Songs sind Webb und seine Begleiter nun mit dem, was dabei herausgekommen ist, rundum zufrieden.  Poppige Strangeness und Melodien, zu denen man gern zurückkehrt. Alles passt und irgendwie ist daraus etwas geworden, worauf sie stolz sein können. Meine Meinung.

° ° °

methyl

Idée Fixe
Shadowboxing
Rogues
To Swim
Twilight Driving
Depth Perception
Unbalancing Act
Also Gesellschaft
Obscura
Artificial Limb
Sweet Waste
Everything Is As It Should Be

° ° °

methylethel.bandcamp

remotecontrolrecords

remotecontrol.bandcamp

92/100

 

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