Junge Ordinäritäten: SCHNIPO SCHRANKE – Satt

schnip

(photos & allrights: SCHNIPO SCHRANKE / Jenny Schäfer / Buback)
° ° °

Meine Lieben, was soll ich sagen?
Ich bin verwirrt und fühle mich verirrt, inmitten von Pisse, von Gerüchen und natürlich Gefühl, Penis und dufter Ausscheidung, mit sich verabschiedender Tamponade, weil die kann ja bei einer geschlechtsreifen Frauenband nicht nicht da sein.

SCHNIPO SCHRANKE

sind nicht für jeden und mit einem typischen Null-Acht-Fuffzehn-Musikempfinden lernt man sie auch nicht so unbedingt kennen, Liebe gar unwahrscheinlich bis ausgeschlossen, dabei sind doch die zwei Musikerfreundinnen  hoch aufgeschossen und für dieses und jenes freilich aufgeschlossen.

° ° °

° ° °

Oh, reim Dich, bitte bitte reim Dich doch schon, nein, nicht zwingend,
nicht auf Teufelchen komm raus
ich erwisch den Reim a ma a bissel frieha,
in der kleinen Pizzeria
oder gar auch außer Haus.

Man muss schon ein wenig etwas abkönnen um hier nicht vorschnell ein verspermtes Leibchen von sich oder gar das berühmt-berüchtigte Handtuch zu werfen, bevor.. ja, bevor man sich mit dem hier vorliegenden Liedgut eingehender beschäftigt hat.

Wer Scheiße schreit und von sich in Verbindung mit den zugegebener Maßen etwas anderen Texten über eben jene echauffiert (tja, Männchen, Sackhaarlieder können schon ein wenig kratzen, hm?) und über Hamburger Schule und Lassie Singers philosophiert, der wird auch sagen, dass die Heiterkeit wirklich heiter sind und

SCHNIPO SCHRANKE

belanglos. (Oh, Du Welt, schau Dich um, Dir ist eh nicht mehr zu helfen).

Friederike Ernst und Daniela Reis sind 89 und 88 geboren, sind jung und benutzen ihre Musik um sich mitzuteilen und stellenweis schmierig unschöne Worte in witzig-heitere Melodei zu verpacken. Es gibt schlimmeres, durchaus.

Sie springen hier weder auf einen Fünfzig Schatten-Zug auf noch vertonen sie irgendwelche Feuchtgebiete (für die jungen Damen ist Charlotte Roche ja eine, die so weit weg ist, die Fernsehansagerin sein könnte und die man auf jeden Fall mit „Sie“ ansprechen würde, wegen ihres fortgeschrittenen Alters und so), sie schreiben Songs über Gefühle und riechende Genitalien aber bei weitem nicht ausschließlich.
Also reduzieren wir sie nicht auf Blockflötengedödel und Cellomaltrat, auf ihr Synthiegespiel sondern hören einfach ihre Unbefangenheit und freche Direktheit, die für gar nichts irgendwelche herbeigereimten Vorbilder braucht.

schnipo

Intro
Schnipo Song
Schrank
Tot
Pisse
Ja nun
Scherz
Herzinfarkt
Intensiv
Störenfried
Cluburlaub
Tamponade (Gute Reise)

° ° °

buback

84/100

 

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