Und weiteratmen, danke: LOW – Ones And Sixes

LOW Band Photo

 

(photos & allrights: LOW / Sub Pop / Off The Record-PR / Zoran Orlic)

° ° °

Eine Jederin möchte dieser Tage das neue

LOW

-Album besprechen.

LOW

sind in ihrer mittlerweile zwanzigjährigen Bandgeschichte mit
Ones And Sixes
bei ihrem Album No. 11 angekommen und. nicht zum ersten Mal aber zum ersten Mal durchgehend und ohne Ja Aber gefällt mir die Platte ausgesprochen gut.

Den dezenten Hinweis des Coverphotos auf gewisse Durststrecken und ein eher unsommerliches Erscheinungsbild passen hervorragend zum musikalischen Inhalt, der doch eher einsam karg und besinnlich-melancholisch daherstiefelt.

Mit ihrem Hang zum Verschleppen der Klänge verschleiert die Band auch dieses Mal ihre beeindruckenden Einsamkeitssingereien in denen man sich zurücklehen und in denen man sich versenken mag, bis einem dieses außerordentlich feine Klangsüppchen die Atmung lähmt und mit harter Elektronik (Tock.Tock) auf den Kopf haut und den Verstand vernebelt.

Sie sind fortgeweht, die Sanftmut und Milde ihrer letzten Platte(n), zuletzt die von Jeff Tweedy produzierte Langsamkeit
The Invisible Way (2013), und gelandet in einer Atmosphäre kalten Hauchs, ein eisiger Wind mit Klicker-Klacker-Geräuschen (unerklärlichen) hat Platz genommen und den Lauluftzug zerbröselt und in Einzelteile zerfallen lassen.

Nicht umsonst ist ihr Bandname im ureigenenen Band-Musikgenre sLOWcore beeinhaltet, hier hat man Zeit, sich die Nase zu wischen (oder sie zu rümpfen) zwischen dem vorangegangenen und dem kommenden Ton.
Die Stimmen verharren, verinnerlichen Gefühl und Miserablität der realen Welt um sie im eigenen Musikkosmos festzutackern und mit gallertartigen Indegrienzien dort zu integrieren.

Seien es Popharmonien wie in No End, endlose Wiederholungen wie im Zehnminüter Landslide, ein Tanz für sich allein im tempomäßig eher beschwingten What Part Of Me – man kommt nicht umhin, hier ein, zwei, dreimal Luft zu holen und dann das Atmen vergessend innezuhalten um diese Musik auf sich wirken und vor dem
inneren Auge an sich vorbeiziehen zu lassen, man ist versucht ihre klanglichen Fußabdrücke nachzuvollziehen ohne sie auch nur ansatzweise zu verwischen.

Mit dem DJ am Ende des Albums kommt man dann auch wieder im realen Leben unter der Bettdecke hervorgekrochen.

Und weiteratmen, danke.
lowGentle
No Comprende
Spanish Translation
Congregation
No End
Into You
What Part Of Me
The Innocents
Kid In The Corner
Lies
Landslide
DJ

° ° °

94/100

Live:
subpop

2 Comments

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