Aus dem Märchenwald: GLOBELAMP – The Orange Glow

Oh, la la.
Hier kommt Elizabeth Le Fey, heißt kurzerhand

GLOBELAMP

und verschafft uns viele Minuten der entspannten Unterhaltung par excellance auf ihrem neuen Album
The Orange Glow.
Farblich natürlich zum Titel passend das wie sepiagetünchte Cover mit ihrem Konterfei verziert.

Nie gehört, nie gesehen?
Nun, vielleicht doch.
Foxygen.
Da war sie kurzzeitig und gesangstechnisch als White Witch beteiligt, die Trenung der Band und ihrem Ausstieg (wie auch immer und in welcher Reihenfolge, who cares?) wurde medienwirksam verwurschtelt, nun zeigt sie uns, was sie allein auf die Beine zu stellen in der Lage ist mit eigenen Songs und vielschichtigem Gesang, romantisch bis barock angehaucht, folkig bis psychedelisch mit Melodien die verzaubern und zu begeistern wissen, die sich ineinander verweben.

Und es ist ein Leuchten, ein Glimmen, ein Schimmern.

An Ancient Aching. It Seemed So Warm. The Orange.
The Orange Glow. I Didn’t Know I Didn’t Know.

In die Stille tönt ein vernehmliches Geraune, eine Remineszenz an die Vergangenheit, Sixties-Mood und geisterhafte Schrammelichkeiten, mit Hall und Echo übertüncht und aufpoliert, frisch und frech gleichermaßen, manchmal kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wie lieblich fein und mit welcher Leichtigkeit all die Nöte und Sorgen herausströmen, mit welch eigentümlicher Eleganz hier Ungereimtheiten präsentiert werden.

Quere Chansons, die Seefahrer und Waldarbeiter begeistern, die mit beschwörerischen Reimen (The Negative)  mysteriös verschleiert an rauher Kette durch das glitschige Unterholz der wildwüchsigen Wälder geführt werden. Dem Licht entgegen, den Gesängen der bekifften Elfen folgend, stilsicher, romantisch, träumerisch, verwegen.

Eine Mischung aus Dornröschens Abzählreim und Oldie-Harmoniegesang, eine fesselnde Essenz aus Neuartigkeit und Erfahrungsverarbeitung (Moon Proof). Chöre und Violinenakkorde, schmachtend, verzehrend, dann wieder gefüllt mit Wohl und Stille (The Orange Glow), dass einem warm ums Herz wird und man dem Ganzen noch das Knacken der Holzscheite im lodernden Feuer hinzufügen möchte.

Grandiose Melodien (..man vermeint „If you’re goin.. too San Francisco“ zu hören – Artist Traveler) Naturverbundenheit in fast rituell anmutender Begeleitung und Gesang irgendwo zwischen PJ Harvey und Ordo Equitum Solis, schaffen eine atemberaubende Stimmung und ergeben eine sehr geile Folk-Pop-Voodoo-Platte.

globe
Washington Moon
Controversial / Confrontational
The Negative
Moon Proof
Artist/Traveler
Don’t Go Walking in the Woods Alone At Night
The Orange Glow
Invisible Prisms
Master of Lonely
Piece of the Pie
San Francisco
Faerie Queen

° ° °

 

 

94/100

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